Bizalmas Értesítések 1923. január-május

1923-04-14 [1460]

/-/P rag ll.April./Tschechisches Pres Böureau, vers pa­tát eingetröffen/ Auá Kassa wird gémeidet; Am lO.April, kurz vor Mitternacht , Überfiel eine aus vier Mann bestehetade ungarische Mi­litarwaohe auf uneerem Gebiet in dem Yi'aldchen bei Hym die tsohechoalo­vakieche Urenzfinanzwache, die aus dem Leiter der ^n^^ 0 ^ 0 *^ 0 * ­0 Josef Sedlaoek und dem Finanzwachtmeiater Berka bestand . Sedlaoek wurde verwundet, in Haft genommen und nach Ungarn abgeführt„ Bem Wachtmeister Berka gelang es zu entfliehen. Nach einer Veráin soll Sedlaoek jeinen Verletzungen bereits erlegen sein. Sein Lelchnam soll sich in Hidas­németi befinden.Es wurden Schritte unternoinmen, dass der Lei chnam Sealaoeks auf tscbechoslovakisches Gebiet überführt werde, wo die Obduktlon ötattfinden soll. /üTKB/ 1 i e n,12.April./privatmaldung des ÜTKB/D^S öeohauhrblatt schreibt: Eine der ungarisohen Regierung nahesteh and e Peraonlichkeit ausserte sich über die Kündigung des öaterreichisch-ungarischen 'tfaren­avstauschvertrages von seiten Ungarns in folgender Y/ei se . Bí e ungarische Regierung hat bekanntlich den öst erreichi6ch-ungariechen Warenaustausch­vertrag gekündigt. Nicht der ganze Komplex wurde ungarischerseits gekün­digt, sondern nur der Toll, weloher das österreichisch^ 7/arenkontingent enthalt.Der V/arensnstauBchvertrag hat Ungarn das Kündigungerecht für den Pali sugesichert, dass der urgarische Weinexport nach öeterreich ent­weder wegen prohibitiver Zülle oder aue anderen Grundén sich verringern würde. Die Hauptbedeutung dieser Ausübung des Kündigurgsrechtes bestoht in diesem Um6tand, dass Ungarn von gestern.den ll.April.an richt verpflich­tet sei, die österreichischen Indust rieartikel nach Ungarn einführen zu lassen, auf oie sich der Warenaust ausehvertrog bezieht. Die ungaris«he Regierung hat sich zu Retoreionsmassregeln nicht wegen der Brhöhung des Weinzolles entsehlossen, sondern weil Ungarn erfahren hat, dass üst er­reich mit Italien Verhandlungen begonms.n habe, bei welchen osterreioh als Rekompensat ion xür versehi*ed ene Zug&atandnisse, darunter für den in Triest zu errichtenden Preii&fen.den Weinzoll von 60 Goidkronen zu erm&ssigen béreit ist, Diese Verhandlungen sind no oh nicht aogesohlossen und mám nimmt an, dass die italienische Regierung weitere österreiohi­sche Zugestandnisse erzielen werde und usterreich den Weinzoll auf 15 Golö­kronen herabsetzen werde. Ungarischeraei^s könnte mati gegen diese Ver­handlungen kéine.iiinwendungen maohen.^enn oiese Begünstigung muss dem ungarischen Wein automatisch zukommen, Die Italiener habem sich aber vor­behalten, dass die zu erzielende Begünstigung sich nur auf über 13-grfi­digen Wein beziehen soll, hingegen die minderen Sortén weiterhin mit 60 Goldkroner verzollt werden. Der Durchachnit talkoholgrad der ungariechen Tischweine betragt aber 10-12 Grad e, Yíeine höheren Grades preduzi«rt Un­garn nur in geringer Menge, so dass der 1 talienischer \7ein den ungari­sohen Wein von dem österreichiachen Markt verdrftngen wurde,. Diese Verfü­gung der ös terreichischen Regierung ist deshalb ohne Beispiel, da im all­gemeinan fiir die höhergradigen Weine höhere Zölle bezahlt werden als für die cainderwertigen Weine. In der Schsuels wird für Weine, die nicht über 13 Grad sind, 24 Sohweizer Francs Zoli bezahlt, für höhergradigen Wein hingegen schon 46 Franca. Die ungarische Regierung hat von ihreta Stand­punkt aus recht gehabt, als sie den ös terreichischen Warenauetauschver­trag gekündigt hat und bis die Prage des Weínzolles nicht zur Zufrieden­heit geordnet v<irá, die Einfuhr der öatt-rreichieohen Indust rieartikel verweigert. In der letzten Zeit werdei Verhandlungen zwisehen Osterreioh und Ungarn begonnen. öst erreish will einen endgültigen Handeltvertrag ab ­schliessen und die ungarische Regierung hat ihre Berej twilligkeit der öst erreichischen Regierung zur Kenntnis gebracht, dass die Verhandlun­gen wegen Abschluases einss Handelsvertragea jederzeit beginnen sol­len.

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