Bizalmas Értesítések 1921. május
1921-05-30 [1444]
Prag, 29» Müi.Rudo Bravo berichtet über rieu>e Streikbewegungen unter den landwirtschaftlichen Arbeitern in der Slovakei, die in einzelnen grösseren Gebieten in dea Ausstand getreten sind» /UTKB/ Wien» 29„Mai< s DQr Arbeiterrat beendete gestern abend seiiio Prägung -nach zweitaegigerDauer 6 In Fortsetzung der politischen £52M tQl \ z - Max Adler die Schweigsamkeit des Komitees über rfa^ Problem der kommunistischen Internationale fest und verweist aui die von den bolschewistischen Zeitungen verhehlte ungeheuere Wandlung, die der Bolschewismus seit dem Jahre 1918 durchgemaeüt hat,' eine Erkefcftnis, die auch in Lenins Reden zumAusüruck komme. D*s Wort von der "JT;Internationale habe seinen Sinn verloren. Sie habe nur einen Aiöglichkeitsinhalt, naemlich die Bekaempfung jeder politischen Richtung, die nicht den iVIoskauorWeg^gehen will. Qer Wog der Ein%a.tsf ornt desSozialIsars aber sei nur ztifcrreichen OMjßh unablaessige Aufklaerung Oes Proletariats im Sinne des iHarxistischen Klas, onkampfes.Diesen Weg habe das österteichiscue Proletariat • als einzigen Kampf weg behaltend) Otto Bauer fülirte aus,Cdie furchtbaren Zustaende { iu Russland zeigen, dass dort selbst der Versuch, 1 die sozialistische Gesellschaft auszubauen, ohne 1 die Vorleset zun gen unternommen worden sei, 1 die vom wissenschaftlichen Sozialismus stets für dessen Aufbau festgestellt wurdenIn Österreich herrsche jenes Gleichgewicht der Kraefte zwischen Besitzenden und Arbeiterklassen, welches,wie im Kriege, den Stillstand der Operationen zur Folge habe. Es sei eine Art Stellungskrieg, wo man hin und wieder eine kleine Offensive mache, um seine Stellung zu verbessern, a©fcr einen wirklichen Sturm atif die Stellungen der anderen wage keine Klasae j*. weil sie wis; e * däsS sie vorlaeufig nicht stark genüge dazu sei.CIrr wagten es nicht im Jahfo 1919«und die Bpurgeosie nicht, als Karl Habsburg in Steiuamanger war. Welches Kampfmittel zur Anwendung kommen wird, falls die Bourgeosie denv - Proletariat neue drückende Steuern auferlegt, haenge von der konkreten Situation ab. Es jetzt schon angesichts des Feindes anzukündigen, waere unpraktlsch* Wonyv der Ar toiterra.tr heute nichttaehr so<in Aktion sei, wie früher, erklaert sich dies infolge der tatsaechlichen Veraenderungen der wirtschaftlichen! Verhaeltuisse. Wenn er nicht so sehr im Mittelpunkt dos politischen Interesses stehe, wie einmal, so müsse man begreifen, 1 dass es für jede Waffe ihre Zeit gebe. Man könne in einem Stellungskrieg keine TafiKs anwenden, trotzdem wird der vernünftige Feldherr diese militaerischen Abtoilungon nicht auflösen, sondern sie bereit halten..Schliesslich verwies Bauer auf die gewaltige positive Arbeit, die der Arbeiterrat auch heute leistet, namentlich als Kontrollausschuss in der Abwehr dor roaktionaeren Seiten^Schliesslich betonte Dr. Friedrich Adler, dass diQ Institution dor^rboiterraete als Instrument der Kampffaohigkoit der österreichischen Arbeiterklasse weiter erhalten bleibe„,Was aus dieser Institution wird, ist nicht abhaengig von unseren Wünschen, sondern von den uns gegebenen ökonomischen Bedingungen* /UTKB/ — . K o p o a hi a g e n t 29.Mai/Wolff/ Nach Blaetteraeldungen aus Christiania ist es dort gestern Abend aus Anlass des Generalstreiks zu Unruhen gekommen, wobei 40 - 50 Personen verhaftet und mehrere verletzt wurden.Die Brotversorgung der Stadt wird durch militaer isclie Nothilfe aufrecht erhalten,,/UTKB/ mm mm «*• M *— C hti s t i a n i a # 29.Mai/Wolff/ Von mehreren Verbaendeu/ die am Streik beteiligt wind, wurden die Landesorganisationon auf1 gefordert, nachi einer 24-stiindigen Frist aueh das^Post-und Eisenbahn personal in den Streik treteu zu lasseu to Afton'0-<Ladod schreibt hiezu,dass es fraglich sei, ob die Landesorganisationen sich auf einen solchen Schritt einlassen werden und ob die betreffenden Or ganisationen gegebenenfalls der Streikparole gehorchen werden. /UTKB/