Bizalmas Értesítések 1921. április

1921-04-26 [1443]

Wien ,26. April /Privatmeldung des LTKB/ Die w iener Morgenzeitung schreibt unter dem Titel: Der ungarische Terror vor df'm Gericht der Welt' über die Debatte vom 20. April im englisehen n l£te*rliause folgendes; In der Sitzung des Unterhauses wurde der Friedensvertrag mit Ungarn von Linterstaatssekretaer des Aeussern Cecil Harmsworth vorgelegt und Vertreten. Colonel Wedgewood beantragte formell die Ablehnung der Ratifikation und ging in seiner Begründung hauptsaechlich auf die Behandlung der Minoritaeten durch Ungarn ein. Die Abtrennung der früher von den Ungarn beherrschten Fremdnationalge biete sei im allgemeinen durchaus richtig, aber England soll dafür Sorge tragen, dass die Staden, welche diese Gebiete bekommen, nicht selbst die in diesen Gebieten wohnenden Minoritaeten vergewaltigen, wie* es bezüglich Rumaeniens berichtet wird. Hierauf ging Wedgewood speziell auf die Behandlung der Juden in Ungarn ein und sagte: Im Friedensvertrag sind Klauseln, die besonders die Judon angehen, die in Ungarn so verfolgt werden, wie vielleicht in keinem anderen Lande der "elt* ausgenommen durch die Bolschewiken in der u kraina. Er berief sich auf Artikel 55. und 58«des Friedensvertrages und fordert die Durch­ftthrung dieser Bestimmungen. Die Kommission, die er führte, hatte sich in Ungarn überzeugt, dass der Terror in Ungarn weit schlim­mer gewesen sei, als die Berichte darüber. Der Gberkommissaer ; habe ihn nachher zugeben müssen. Was sich vor zehn Monaten in Ungarn abgespielt habe, dauere noch immer fort. Die jüdische Minori­táét wird noch immer so verfolgt, wie damals. Dieselben Elemente beherrschen noch immer das Land. Soweit es sich um űUh^Gerechtigkeit für die Juden und die arbeitenden ^lassen handelt, sind die Ver­haeltnis e in Ungarn heute genau so schlimm, wie jemals. Der ganze Wert des Friedensvertrages haengt davon ab, ob England dafür sorgen will, das 5 die Minderheiten Ungarns geschützt werden. Eine aktive und energische Überwachung der ungarischen Regierung sei durchaus mögliah, da diese Regierung , wie viele der kleinen Staate im >sten ausserordentlich bemüht sei, mit dem englischen Volke gut zu stehen. Wenn wir, sagte der ftedner, einen Irertreter Grossbri­tanniens dort hsetten, der für die Interessen Englands einstehen würde, dann gebe es allerdings eine Hoffnung flür die verfolgten Minoritaeten und die niedergetretenen Arbeiter von Budapest. Diese Resultate erhofft der riedner von der Behandlung des Vertrages im. Parlament,, Insbesondere muss der englische Vertreter in Budapest aufmerksam gemacht werden, dass seine Pflichten nicht nur diplo­matischer Art seien, sondern, das: er auch über die Juden und die arbeitenden Massen Ungarns zu wachen habe. Hierauf befasste sich Colorel Wedgewood mit den Wiedergutmachungsklauseln und sprach seine persönliche Sympathie für das friedensliebende ungarische Volk aus. Als zweiter Redner griff in die Debatte der Abgeordnete Kenttworthi/ein . Er erklaerte, mit seiner, ganzen Sympathie auf der Seite der Völker zu stehen , welche in Österreich-Ungarn unterdrückt worden wären, aber diese Sympathie sollte nicht das entscheidende Moment bei der ^Stimmung der Grenzen srin 0 So sei es nicht richtig, dass das Gebiet von Pressbarg Ungarn entrissen worden/ist. Das Gleiche gilt für die Gebiete von Kassa. Ebenso sei Ungarn zu Gun sten Rumaeniens Unrecht geschehen. Deswegen waeren 1í.ebi szi te in" diesen Gebieten notwendig gewesen. Hierauf befasste sich Kenit­worthymit grosser Sachkenntnis mit den ökonomischen und verkehrs­verhaeltnissen Ungarns und forderte die Regierung auf,ihren grossen Einflus : bei der ungarischen Regierung dazu zu benützen, damit diese ihre Bürger anstaendig behandle. Die Juden seien zum Bei­spiel sehr schlimm in Ungarn behandelt worden und nach neuesten Berichten dauere diese Behandlung fort . England trage die Verant­wortung für diese un gl ü ck 1 i chen «flfen sehen in 'Ungarn und England könnte beinahe mit einem Worte wiie Verfolgung der Juden in Ungarnt-fc einem Ende r bringen . Wie schlecht der Friedensvertrag auch sei, so enthaelt er doch Bestimmungen für den Schutz der Minoritaeten. deren Ausführung gute Resultate ergeben würde. Deswegen dollte dte Regierung Anstrengungen machen» um abgesehen von dem Versuchjfik­tive Wiedergutmachungssummen aus dem ruinierten Lande herauszuschla. gen , die Herrscher des Landes zu Zwingen, die ihrer Macht unterlie. gen den Menschen mit Menschlichkeit und Gtfltechtigkeit zu behandeln Spdann erklaerte Asquith zunaechst ebenfalls seiee Genugtuung über die Befreiung der ehemals von Ungarn unterdrückten Völker und sprach hierauf über die Unmöglichkeit,aus Laendern»wie Ungarn­Österreich, Bulgarien und die Türkei Entschaedigungen zu erhalte/w, und wies schliesslich darauf hin, dass die Ententemaechte darauf haeteen sehen müssen, die SuccessionsStaaten zu zwingen ungeach­tet ihrer Autonomie die ökonomische Einheit nicht zu zerstören, die tatsaechlich die Staerke Ungarns gebildet habe. Asquith schloss seine Rede, indem er erklaerte: Colonel Wedgewood hat den sehr ergreifenden Bericht, der zweifellos in der Hauptsache ganz genau ist, darüber erstattet, wie sowohl in Ungarn als auch in Rumaenien Tag für Tag dio Bestimmungen ver- I lertzt werden, die die Friedensvortraege für den Schutz der Mi- • norittoieten vorsehen. Die Juden sind natürlich, das ist eine alte Geschichte, in Rumaenien immer m i s s han cÜtiC" worden. Wie ich mich I erinnere, sind sie in Ungarn früher anstaendig behandelt worden. Ich bedauere ausserordentlich nun zu hören, dass -^etzt in Ungarn I gegen sie eine taehr oder minder wilde antisemitische Bewegung im Gange ist. Das ist nicht nur eine Frage der Juden,} Die Be­achtung der Bestimmungen bezüglich der Minoritaeten sollte um­somehr erzwungen werden, als in einem Land, wie Transsylvanien grosse Massen von Ungarn und auch von Deutschon unter rumaenische • Herrschaft gekommen sindj Namens der Regierung antwortete Balfour. Er erklaerte zunadehst, das es unmöglich sei, die Entscheidung der Friedenskonferenz über die Grenzfragei Ungarns umzustossen itnd im Parlament die ganze Frage nochmals zu beginnen. Nichts sei not­wendiger für das Wohl der betreffenden Bevölkerung, als die Ratifikation des Friedensvertrages nicht mehr zuv^rzögerntf Gegen Plebiszite sehr viel einzuwenden, da sie oft in schwieri­gen Faellen in Anwendung gebracht, nicht den freien Willen der Bevölkerung, sondern das unglückliche Resultat von Einschüchterung und Zwang darstellt. Was die ökonomischen Fragen anbelangt, so wolle er nicht Verschweigen , dass er persönlich ausserordentlich enttaeuschtdüuLrte&^ die Methode, die die neuen Staate*oft in ihren ^j^eHi^'oc^, Ubziehungen und in Bezug auf die Behandlung fremdnatiofealer Bevölkerungen innerhalb ihrer «renzen anwenden. Was die BehaiMÜk/rui von Minoritaeten anbelangt, führte Balfour aus, dass alle ir«, Betracht kommenden Kreise sehr &rnVGhaft damit be­schaeftigt sind»einen Vertrag einzugehen, der den Schutz der Mi­noritaeten wirklich sichert. Nach Balfour sprach noch S f Hoare und Eliotj der sich gegen die Abtrennung der ungarischen Gebiete von t iggin aussprach. Hierauf ergriff«! 1 Lord Robert Cecil U^-jJort : „ Er behandelte zuerst ebenfalls die Frage der Grenzen, pfe 2$| Frage dor Entscheidungen und wendete sich schliesslich oer ffJp$C —S — , sos Schutzes der Minoritaeten JU„ ' * S" •

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