Bács megyei püspöki körlevelek, 1929

2 liebe Mutter, katholische Kirche je verges­sen, seien wir selbst vergessen! Unsere Zunge vertrockne und klebe an unserem Gaumen, wenn Du nicht unser erstes Wort bist.“ I. Der Papst. Wer ist denn der Papst? Der Papst ist der Stellvertreter Christi, der gemein­same Vater aller Hirten und Gläubigen. Der Papst ist der Lehrer der ganzen Chris­tenheit. Der Papst ist der Stellvertreter Jesu Christi, der Nachfolger des heiligen Petrus, das sichtbare Oberhaupt der katho­lischen Kirche. Bei diesem Gedanken er­scheint uns ein liebes, himmlisches Bild. Wie mit lebendigen Augen schauen wir im Gei­ste jenes unvergessliche Geschehnis von dem uns der heilige Apostel Johannes be­richtet. (Joh. 21.) Nach seiner Auferstehung zeigte sich Christus seinen Jüngern am See Tiberias. Das geschah so: Es waren Simon, Petrus, Thomas, Nathanael, die Söhne des Zebedäus und noch zwei andere aus der Schar der Apostol beieinander. Da kam der Herr und setzte sich am Strande mitten unter sie, schaute mit einem tiefen und milden Blicke den Apostel Petrus an und sprach: „Simon, liebst du mich mehr, als diese da?“ Und Simon sprach: „Ja, Herr, du weisst es, du weisst, dass ich Dich liebe.“ Jesus sprach: „Weide meine Läm­mer.“ Und wieder sagte der Herr zu ihm: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Und er sprach zu Ihm: „Ja, Herr, du weisst es, du weisst, das ich Dich liebe.“ Und der Herr sprach: „Weide meine Lämmer.“ Und zum drittenmal sprach Jesus zu Pe­trus: „Liebst du mich?“ Da ward Petrus traurig, dass er zum drittenmale zu im sprach: „Liebst du mich?“ und erwiderte dem Herrn: „Herr, du, weisst ja alles, du weisst, dass ich Dich liebe.“ Und der Herr sprach: „Weide meine Schafe.“ Auf diese feierliche Weise hatte Chris­tus dem Apostel Petrus seine ganze Herde anvertraut, die Lämmer und die Schafe, die Gläubigen und die Hirten und setzte ihn ein zum Hirten der Hirten und zum sicht­baren Oberhaupte der Kirche. Schon früher einmal bei einer anderen Gelegenheit sagte der Erlöser zu demselben Apostel: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und dir werde ich die Schlüssel des Him­melreiches übergeben. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Math. 16,18.19.) Noch sprach Jesus zu Petrus: „Simon, Simon, ich habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht auf­höre und wenn du einst bekehrt bist, so stärke deine Brüder.“ (Luk. 22,31.32.) Klar ist es also, dass Petrus in seinem Wirken der sichtbare Vertreter des Erlö­sers Jesu Christi ist, dass er das Funda­ment der Kirche ist, dass er die Schlüssel des Himmelreiches besitzt und dass es sei­ne erhabene Mission ist, seine Brüder im Glauben zu stärken und die Lämmer und die Schafe, das ist die ganze Herde Christi zu weiden. Nachdem aber die Bestimmung der Kirche ist, von Geschlecht zu Geschlecht zu dauern, „bis ans Ende der Welt“ (Math. 28,20), kann sie nie ohne jenes Oberhaupt sein, welchem Christus die Macht gegeben hat, über seine Kirche zu herrschen. Pe­trus ist als römischer Bischof gestorben, Der Papst, als römischer Bischof, ist der Nachfolger Petri auf seinem bischöflichen Stuhle. Auf dem Konzile zu Ephesus, im Jahre 431. bestätigen die Gesandten des Papstes die Beschlüsse in einer öffentlichen und feierlichen Kundgebung: „Es zweifelt niemand, und zu allen Zeiten war es be­kannt, dass die Schlüssel des Himmelreiches und die Macht zu binden und zu lösen von unserem Herrn und Heiland dem heiligen Petrus, dem Ersten und dem Haupte, der Stütze des Glaubens und dem Fundamente der katholischen Kirche übertragen wurden. Bis auf den heutigen Tag und für alle Zei­ten lebt Petrus, urteilt und herrscht in sei­nen Nachfolgern.“ Der jetzige Papst, geradeso wie der heilige Petrus, ist Stellvertreter Jesu Christi. Er ist bestimmt, unter den Menschen.Chri­sti Amt und sein göttliches Werk fortzu­setzen und zu verewigen. Und eben des­wegen, Teuere Christen, sind wir verpflichtet, dem Heiligen Vater die Ehre und den Ge­horsam, wie keinem anderen Menschen, zu erweisen, weil der Heilige Vater, als Stellver­treter Christi des Herrn, seiner Würde und seiner Gewalt nach den Vorrang hat vor allen.

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