Bács megyei püspöki körlevelek, 1925
lein wenn aueh wir, oder ein Engel vöm Hímmel eneh ein anderes Evangélium verkündete, als wir euch verkündet Ínben, dér sei ausgestossen!* (Gal. 1, 8. 9.) In dér Verteidigungdes kath. Glaubens und dér Kirche so'len die Priester einig sein. Den Angriffen dér gottlosen Anführer soll die Geist- lichheit so in den Predigten, wie aueh im gesell- schaftlichen Leben sieh mutig und tapfer entge genstellen. Sie mőgen ihr Ansehen sorgfiiltig be- hűten und mit gutem Beispiele den Gliiubigen vorangehen. Sie mőgen sorgen für das irdische und ewige Wohl ihrer Pfarrkinder, damit diese zűr Überzeugung gelangen, dass die Priester ihre Wohltater und Freunde seien, denen sie mit Liebe und Éhre folgen können. Die Feinde Christi versuehten aueh in un- serem jungen Staate dér kát. Kirche empfind- liehen Sehaden beizufűgen, dabei bemerken sie nicht in ihrer Blindheit, dass dér Glaube die feste Stütze des Staates sei, d;r Staat aber in seinem eigenen Interessé verpflichtet sei, die Kirche zu unterstützen. Aus unbegreiflichem Hasse gégén den ka*. Glauben und den Hl. Stuhl wolten sie aueh bei uns einen Kulturkampf her- vorrufen. Solite aueh ein solcher Ivampf entste- hen, so wird es jedenfalls nicht fehlen an Ab- trünnigen, welehe unser Volk ohne Zweifel verur- teilen und veraehten muss. „Weh jenem Mensehen, dureh welchen (dér Menschensohn űberliefert wird, es wiire gut für ihn, wenn jener nicht geboren wiire.“ (Mt. 26, 24.) Solche Fe'glinge waren ohnehin aueh schon vor ihrem Abfalle nur dürre Zweige am lebenskriifti- gen Baume dér Kirche. In Kampfe gégén die Feinde dér Kiiche wird dér volle Sieg auf u> serer Seite stehen, wenn Priester und Volk unter Fűhrung ihrer Oberhirten Hald in Hand in dichten Scharen vereint bleiben. Wir habén uns nicht zu fürehten )vor einem Kulturkampfe, denn wie uns die Geschichte den klaren Beweis liefert, hat sich das Bewustsein dér Gliiubigen zűr Zeit dér Yerfolgung immer nur vertieft und gestiirkt. Den schönsten Beweis eurer Tieue und Anhanglichkeit zűr Kirche werdet ihr lijfern können. wenn ihr euch von den Irrtümern dér Welt losschiilet, und bestrebt seid das hlchste Gebot dér Liebe zu bewahrheiten : Du solist Gott lieben űber alles und deinen Niiehsten, wie dich selbst. Damit ihr im Lichte dér göttlichen Wahr- heiten wandeln könnet und euer Herz sieh am Feuerofen dér Gottesliebe entflamme, müsset ihr wiedergeboren weiden in Christo, der gesagt hat: „Ich b n dér Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh. 14, 6.) Wir légén Euch ans Herz, dass ihr auf den Stellvertreter Christi bőrét, wenn Er allén Kato- liken zuruft, sie mőgen sich in dér kát. Akiion (im kát. Véréin-leben) organisierei. Allé Pfar- reien und siimtlicke Organisationen werden auf- gefordert, dass sie für die heilige Sache unseres kath. Glaubens sofort zu Werke gehen undzwar besonders heute, wo ganz neue, dér Kirche wi- derstreitende Gesetze in unserem Staate ins Leben treten. Dass im Sthulwesen etliche Versuche schon geschehen sind, wie mán d n Religions- unterricht aus dér Schule langsam ur,d langsam hinaussehaffen könne, beweisst handbegreiflich dieser Artikel: Mán wünsche, das3 in den Ele- mentarschulen dér Religionsunterricht nicht von Angeslellten dér Kirche, sondern von Betrauten dér weltlichen Behörde vollzogen werde. So könnte es dann an einem sehőnen Tagé vorkom- men, dass in dér Schule eben ein solcher űber Gott Vortrag hiilt, dér vielleicht an Gott gar nicht glaubt; und zum Schlusse fűhrt das so nur zűr Sperrung dér konfessionellen Schulen. In manchen Klassen unserc-r Schulen wurde schon bish r dér Religionsunterricht ver- boten und in manchen Schulen wird er auf wöchentlich eine Stunde eingeschriinkt. Wir dür- fen dazu nicht schweigen, sondern müssen for- dern dass unsere Jugend in den Glauhenswahr- heiten unterrichtet werde. Dér Katekizmus ist dér Boté Gotles, welcher uns lehrt, dass wir verpflichtet sind: Gott zu erkennen, zu lieben, Ihm zu dienen, um dadurch selig zu werden, Wir müssen es fordern, dass jene, welehe die Gesetze bringen, in diesem Staate aueh auf uns fünf Millionen Katoliken Rücksiclit nehmen sollen. Ersuchet eure Abgeord- neten, sie mőgen welcher Partéi immer angehő- ren, und fordert von ihnen, sie sollen nur sol- chen Gesetzen beistimmen, welehe den Forde- rungen dér kath. Bürger entsprechen. Die Katholi- ken sollen es keineswegs dulden, dass mán ihnen Rechte wegnimmt, welehe sie schon von jeher gehabt habén. Die religiőse Erziehung dér Jugend besonders in den konfessionellen Schulen steht nicht im Wege dér Yolksinteressen, im Gegenteile bildet sie für den vereinigten Staat, charaktervolle Mitglieder, die für seine blűhende Zukunft Bürge leisten können.