Iványosi-Szabó Tibor: Írott emlékek Kecskemét XVII. századi nyilvántartásaiból 2. 1633–1700 - Forrásközlemények 12. (Kecskemét, 2008 [!2009])
Zusamenfassung
ZUSAMENFASSUNG Das Interesse für die Türkenherrschaft wurde lange Zeit hindurch auf die besonders abwechslungsreichen Kämpfe bei den Grenzfestungen, auf die Bürgerkriegszustände, auf die exotischen Charakteristika der orientalischen Diplomatie und auf die Gestaltung des öffentlichen Rechts konzentriert. Deshalb befriedigten auch die wenigen Quellenveröffentlichungen jahrzehntelang diese Ansprüche. Auf diesem Gebiet bedeutete eine grundstürzende Veränderung die Tätigkeit von mehreren Jahrzehnten und eine Reihe von Publikationen von Gyula Káldy-Nagy, dadurch die türkischen Steuerregister (defter) aus dem 16. Jahrhundert zum Gemeingut und zur unersetzlichen Quelle der neueren Forschungen wurden. Aus dem 17. Jahrhundert stand kein ähnliches Material zur Verfügung. Deshalb wurden die in den Archiven von Kecskemét und Nagykőrös aufbewahrten Schriftstücke bei der Aufdeckung des Lebens der Marktflecken und Dörfer zur Zeit der Türkenherrschaft zu hauptsächlichen Quellen. Glücklicherweise blieben in Kecskemét nicht nur Steuerregister, sondern auch die Verzeichnisse des Hauptrichters, Steuereinnehmers, Vizerichters und die von Gemeindediener geführten Fronregister erhalten. Neben den tatschächlichen Verzeichnissen existieren auch die verschiedensten amtlichen Aufzeichnungen, Aufsätze, Gerichtsentscheidungen, Jahresschlußrechnungen usw. darin. Diese enthalten viel komplexere Informationen, als die sich nur auf einige Datenarten beschränkenden Steuerregister. Aus dem Material der fast 150 Bände wurden die Aufzeichnungen von deskriptivem Charakter, die Abrechnungen und Register über die Leistungen und Wirtschaftsführung des Marktfleckens veröffentlicht. In der Quellenveröffentlichung gibt es nur einige, die Gesamtheit der Bevölkerung berührenden Register, die aus demographischen Gründen oder wegen der Veranschaulichung der Wirtschaftsstruktur unerläßlich sind. Der Quellenwert des publizierten Materials wird durch mehrere Faktoren gesteigert. Eine in der Weltgeschichte fast alleinstehende Eigenart wird hier dargestellt: obwohl die osmanisch-türkische Macht den größeren Teil von Ungarn mit Waffe eroberte, konnte es - abweichend von den anderen Eroberungen - in ihrem Reich nicht integrieren. Sie sollte es zur Kenntnis nehmen, dass hier das adelige Komitat laut der ungarischen Gesetze richtete, ihr Hauptgegner - der ungarische König - die Steuer auch auf den eroberten Gebieten einnahm, die geflohenen ungarischen Magnaten ihre Rechte über ihre auf dem Gebiet der Türkenherrschaft liegenden Landgüter bewahrten, die ihnen zukommenden Leistungen ständig verlangten, und das ungarische Geld das Hauptzahlungsmittel blieb. Obwohl die Quellenveröffentlichung nur das Archivgut von Kecskemét berührt, enthält eine Menge von Informationen nicht nur über viele umliegenden Siedlungen, sondern auch über kleinere und größere Regionen. Mehrere Dokumente geben eine ausführliche Aufklärung über die Bewegungen und über die nahe befindlichen Kämpfe der Kurutzentruppen, der französischen, türkischen, tatarischen und ungarischen Militäreinheiten. Die Mitwirkung und der Opfer-