Varga László - Lugosi András (szerk.): URBS. Magyar Várostörténeti Évkönyv XIV. - URBS 14. (Budapest, 2020)

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324 Resümee Károly Ignácz Der öffentliche Raum als politisches Schlachtfeld Die Rolle der Straße in den Wahlkampagnen in Budapest, 1920-1939 Der Beitrag befasst sich mit der Rolle und dem Charakter des öffentlichen Raumes als Schlachtfeld von Wahlkampagnen im Kontext der Wahlen im Budapest der Zwi­schenkriegszeit. Er zeigt wie der „Kamevalscharakter” früherer Wahlen infolge der neuen Regelungen (breites Wahlrecht, geheime und Listenwahl) verschwand. Zu den wichtigsten Instrumenten der Straßenkampagnen gehörten in dieser Ära die politischen Plakate und die Flugblätter, die in Verbindung mit der großen Plakateschlacht bei den Wahlen von 1922 detailliert beschrieben werden. Darauf folgte allerdings eine den gan­zen Wahlkampf betreffende autoritäre Einschränkung in der Konsolidierungsära unter Bethlen, als Bildplakate und Flugblätter verboten wurden, und auch auf Textplakaten nur Ankündigungen zugelassen wurden. Abschließend werden die Verletzungen dieser Regeln, die Wahlverstöße der Sozialdemokraten bei den Wahlen von 1939 anhand der erhalten gebliebenen Gerichtsakten analysiert. Aus diesen geht hervor, dass die links­gerichtete Oppositionspartei damals wahrscheinlich bewusst gegen das Recht verstieß, um so die neu verschärften Wahlkampfbeschränkungen und den ungleichen Kampf um die Wählerstimmen ausgleichen zu können. Zsuzsanna Fazekas Die Errichtung eines sozialistischen Festplatzes im Budapest der 50er Jahre Die neue Machtelite des sich konsolidierenden Rákosi-Systems versuchte nach dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn den urbanen Raum mit unterschiedlichen Mitteln an sich zu reißen. Dies bedeutete ein zugleich symbolisches und physisches Besetzen des öf­fentlichen Raumes, eine Umgestaltung der urbanen Räume mit dem Ziel, Budapest zu einer sozialistischen Stadt zu machen, in der die städtischen Räume die speziellen Bedürfnisse des neuen Systems bedienen. Am Beispiel des Wiederaufbaus der Stadt Budapest nach den Zerstörungen des Weltkriegs lässt sich gut nachvollziehen, wie die neue Macht mithilfe von Denkmälern, dem Umbenennen von öffentlichen Plätzen und der Einrichtung von sozialistischen ur­banen Räumen versuchte, dem Land eine neue, sozialistische Hauptstadt zu geben, die sich am Vorbild Moskaus orientierte. Ähnliche Prozesse liefen neben Budapest auch in den Hauptstädten der anderen sowjetisch besetzten Länder ab, so auch in Ostberlin und Warschau. Neben dem Bau eines neuen nationalen Stadions, dem Volksstadion (Népstadion) richtete sich die größtangelegte Investition im Budapest der 50er Jahre an die Ausge­staltung eines neuen sozialistischen Festplatzes. Der monumental angelegte, dem Ro-

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