Urbs - Magyar Várostörténeti Évkönyv 10-11. (Budapest, 2017)

Városok és természeti erőforrások. Válogatás az V. Magyar Várostörténeti Konferencián (Budapest Főváros Levéltára, 2015. november 18-19.) elhangzott előadásokból - Sonnlechner, Christoph: Die Versorgung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt. Methoden - Quellen - Ressourcen

Sonnlechner, Christoph: Die Versorgung der mittelalterlichen ... 27 schiedlichen Wasser- und Meeresökosysteme, die nahe oder femgelegen sein konnten, natürlich oder künstlich waren, und über ganz unterschiedliche aber bestimmte Versorgungsnetzwerken in die Stadt gebracht wurden. Immer fri­sche Meeresfische in das 150 Kilometer vom Meer entfernte Paris zu bringen, bedingte mittelalterlichen technischen Einfallsreichtum und politischen Ein­fluss. Bereits vor 1250 wurde ein Dienst mit Schnellpackpferden und entspre­chenden Stationen etabliert. Die Packpferde waren mit salzgefüllten Koffern ausgestattet und durch königliche Privilegien geschützt. In 24 bis 36 Stunden konnten sie von den nahegelegensten Häfen der Normandie in Paris sein. In kühlen Monaten blieben den Fischhändlern dann zwei, in warmen Monaten ein Tag, um die Ware zu verkaufen. Mittelalterliche Europäer setzen damit ihren Abdruck auf aquatische Ökosysteme in vielerlei Hinsicht. Es finden sich in den Quellen Hinweise auf Überfischung und damit einhergehende Schädigungen von Fischpopulationen bis hin zum Zusammenbruch ganzer Populationen.23 Fleisch Weit von Städten entfernte ländlichen Ökosysteme wurden von den spätmit­telalterlichen Stadtbewohnern durch deren Fleischkonsum, insbesondere Rind­fleischkonsum, geformt. Wie schon weiter oben ausgeführt, war Fleisch aller­dings nirgendwo und niemals die Hauptquelle für die Deckung des mensch­lichen Kalorienbedarfs. Fleisch wurde vielmehr aufgrund seines Geschmacks und des sozialen Prestiges als zu Emährungszwecken gegessen. Soviel Fleisch wie die europäischen Städter des fünfzehnten und frühen sechzehnten Jahrhun­derts aßen erst wieder die Menschen vor dem Ende des neunzehnten Jahrhun­derts. Die Nachfrage war größer als die lokale Produktion in den gemischten landwirtschaftlichen Regionen Westeuropas. Urbane Nachfrage bedingte ex­portorientierte Rinderproduktion in drei Großregionen Ost- und Nordeuropas - Ungarn, Polen und Dänemark. Seit dem 13. Jahrhundert waren die Ochsen­triebe aus Ungarn - sie waren auch die größten - bekannt, die um 1500 mit mehr als zehntausend Köpf jährlich nach Venedig und mit mehr als fünfzigtau­send nach Österreich und ins südliche Deutschland bis nach Straßburg gingen. Solche Triebe von Rindern in mitteleuropäische Städten hinterließen nicht nur physische Spuren auf den Strecken, sondern auch große metaphorische Fußab­drücke in den Landschaften ihres Ursprungs. Da beispielsweise eine wachsen­de Zahl von dänischen Tiere, das sich traditionell von Waldfutter ernährt hatte nun vermehrt auf Weiden und Wiesen gehalten wurde, besetzten sie mehr Land 23 Hoffmann 2002. 301-304. p.

Next

/
Oldalképek
Tartalom