Budapest und Wien. Technischer Fortschritt und urbaner Aufschwung im 19. Jahrhundert - Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs 9. - Beiträge zur Stadtgeschichte 7. (Budapest - Wien, 2003)

Eva Offenthaler: Die Wiener Bahnhöfe

147 18.000 m2, acht Verladerampen sowie Lagerplätze in einer Ausdehnung von 14.379 m2. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Ostbahnhof wurde beim Wiederaufbau mit dem benachbarten Südbahnhof zu einem Gebäude vereinigt. Wiener Verbindungsbahn, Donaulände- und Donauuferbahn Während die 1859 dem Verkehr übergebene Wiener Verbindungsbahn nur einige Wiener Bahnen miteinander verband, umfasste die Donaulände- und Donauuferbahn mit der Vorortelinie der Wiener Stadtbahn alle Wiener Bahnen. Sie diente mit mehrfachen Stationen, Umschlagplätzen und Industriegleisen dem Handelsverkehr entlang der Donau. Bemerkenswerter war nur der Rangierbahnhof Wien-Brigittenau, derűm 1910 eine Fläche von 6,6 ha aufwies, 1063 m lang war und über 15 km Gleise und 67 Weichen verfügte. Beim Bau der Wiener Verbindungsbahn waren größere Terrainschwierigkeiten zu überwinden. Die Bahn verlief teils als Tiefbahn zwischen hohen Futtermauem mit zwei unter der Staatsbahn und der Südbahn befindlichen Tunnels und der dazwischen liegenden 473 m langen Station Favoriten- Rangierbahnhof, teils als Hochbahn. Im Übergang von der Tief- zur Hochbahn im 3. Bezirk befand sich die auch der Stadtbahn dienende Station Wien- Hauptzollamt mit 5,6 ha Fläche, 1142 m Länge, 11 km Gleisen und 74 Weichen (Daten um 1910). Südbahn Die Südbahn ist mit ihren ersten 1841 ab Wien eröffneten Teilstrecken nach der Nordbahn die Zweitälteste Lokomotivbahn Österreichs. Um 1910 umfasste sie ein Bahnnetz von 2700,8 km und war zu diesem Zeitpunkt die einzige noch im Privatbesitz befindliche größere Bahn. Ihre Bedeutung lag in der Verbindung zum Meer und zu den für die Versorgung Wiens wichtigen Agrargebieten im Südosten, sie diente aber auch dem Personenverkehr zu den Ausflugsgebieten im Süden der Stadt. Das Aufnahmsgebäude des Wiener Südbahnhofs wurde in den Jahren 1869- 1873 an der Stelle des einstigen Wien-Gloggnitzer Bahnhofsgebäudes und unter teilweiser Benützung der ursprünglichen symmetrischen Anlage Schönerers nach den Plänen und unter der Leitung Wilhelm von Flattichs und Oberinspektors F. Wilhelm ausgeführt. Der Neorenaissance-Bau bestand im Wesentlichen aus der im 1. Stock befindlichen, 142 m langen, 38 m breiten Halle mit sechs Gleisen und vier Perrons, zwei Trakten an der Längshalle und einem Kopfgebäude. Zusätzlich verfügte es über Eckpavillons (Wiener bzw. Triester Pavillon genannt). Zum Transport des Gepäcks von der Halle in das Erdgeschoß diente eine mechanische Versenkvorrichtung, die Gepäcksaufgabe erfolgte teils über ein Rampengleis, teils durch einen elektrisch betriebenen

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