Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

96 Praktiken mit ähnlichen Themen bezeugen, wurde das finanzielle Gleichgewicht im­mer als Grundvoraussetzung jeder geschäftlichen Aktivität betrachtet.105 106 Bona und Bucchia mussten sich, ob sie nun die Schriften ihrer Landsleute gelesen hatten oder nicht, über diesen Sachverhalt in Klaren gewesen sein. Es ist natürlich nicht immer leicht, theoretisch bekannten Regeln auch in der Praxis zu befolgen, insbesondere in einem oftmals so unüberschaubaren Terrain, wie es das Osmanische Reich war. Die Gründe für den finanziellen Verfall der Gesellschaft zeichnen sich deutlich aus den vorgelegten Dokumenten ab. Bona schickte von seinen auf Kredit erworbenen Wa­ren aus Italien und Ragusa kontinuierlich Stoffe nach Ofen, während Bucchia nach eini­ger Zeit, im Wesentlichen ab 1585, immer seltener Gelder und Häute, die er für die Stoffe bekommen sollte, und schließlich überhaupt nichts mehr nach Ragusa schickte. Deswegen konnte Bona seine Gläubiger nicht mehr bedienen und machte Anfang 1591 dann praktisch auch Bankrott. Der Grund für Bucchias Verhalten ist ebenfalls klar: Ent­gegen den Bestimmungen des Gründungsvertrages hielt er die Wertgrenze von 50.000 Aktsche nicht ein, sondern gewährte seinen lokalen, fast ausschließlich muslimi­schen und jüdischen Geschäftspartnern viel höhere Warenkredite, die er dann nicht mehr eintreiben konnte. Dies alleine hätte wahrscheinlich noch gar kein so großes Problem dargestellt, aber daneben nahm auch er selbst - trotz des ausdrücklichen Verbots in der Gründungsurkunde - beträchtliche Kredite auf, die seine Gläubiger, die ebenfalls Mit­glieder des osmanischen Apparats oder jüdische Geschäftsleute waren, dann aber mit immer stärkeren Drohungen zurückforderten. Unter diesen Umständen verwandte Bucchia das Geld, das er für die Waren aus Ragusa erhielt, zur Begleichung seiner Schulden und das Gleichgewicht von Forderungen und Schulden brach zusammen. Die entstandene Lage wurde von den Geschäftspartnern keineswegs gleicherma­ßen eingeschätzt. Die Briefe und Anweisungen von Bona schildern verzweifelt den fi­nanziellen Verfall. In Italien und in Ragusa hatten sich unbeglichene Schulden von insgesamt 10.000 Scudo angesammelt. Ihre Gläubiger drohten ihnen mit Gefängnis und mit der Konfiszierung ihrer Immobilien, weswegen Bona seinen Partner ganz ein­fach nur als „Mörder” bezeichnete.100 Bucchias Meinung kennen wir aus einem Brief von Michele Sorgo, dem Gesandten von Bona in Ofen, sowie aus dem einzigen von Bucchia stammenden Dokument, aus seinem Testament. Anhand von Sorgos erstem Bericht aus Ofen kann festgestellt werden, dass Bucchia die Lage ursprünglich äußerst Vladimir (Hrsg.): Dubrovianin Benedikt Kotruljevic. Hrvatski i svjetski ekonomist XV. stoljeca [Benedikt Kotruljevic aus Ragusa. Ein kroatischer und internationaler Ökonom aus dem 15. Jahrhundert], 2 Bde. Zagreb 1996/1997. 105 Über die Analyse von Handelshandbüchern als historische Quelle bietet ebenfalls das Material einer Konferenz einen guten Überblick, insbesondere die Einleitung von Markus A. Denzel und die abschließende Studie von Harald Witthöft: Denzel, Markus A./Hocquet, Jean-Claude/Witthöft, Harald (Hrsg.): Kaufmannsbücher und Handelspraktiken vom Spätmittelalter bis zum beginnenden 20. Jahrhundert (= Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beiheft 63). Stuttgart 2002. (S. 11—45 bzw. S. 197-217). Zum Bildungsniveau der Kaufleute des 16. Jahrhunderts siehe Jeannin: [wieAnm. 16.], S. 97-108. 106 Dok. III. 10/11.

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