Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
78 Wenn wir die vereinbarten und die tatsächlichen Fristen für die Rückzahlung der Kredite betrachten, dann ist besonders auffällig, dass aus den Verspätungen selbst noch nicht auf den Zusammenbruch der Gesellschaft geschlossen werden kann. Die Verträge legten in Ragusa Ende des 16. Jahrhunderts den Termin für die Tilgung in der Regel auf zwei Jahre, seltener auf drei Jahre fest. Diese Tendenz spiegeln auch die von uns untersuchten Schuldscheine wider: Die meisten Kredite wurden für zwei Jahre, einige für drei Jahre aufgenommen. Die Kaufleute in den Gebieten der Osmanenherr- schaft zahlten natürlich selten pünktlich. Eine Verspätung von fünf bis zehn Monaten kann als alltäglich betrachtet werden.54 Im Falle der Gesellschaft von Bona und Bucchia stellte sich dieser Sachverhalt als noch ungünstiger dar. Insgesamt zahlten sie nur in 15 Fällen, also bei einem Viertel der Kredite, innerhalb oder vor der Zahlungsfrist. Die durchschnittliche Tilgungszeit betrug drei bis vier Jahre, aber es gab auch Laufzeiten von fünfeinhalb, zwölf und sogar von siebzehn Jahren. Die Begleichung eines bedeutenden Teils der Schulden erfolgte nicht auf einmal, sondern durch eine Bezahlung in zwei oder drei Raten. Abgesehen von einer Ausnahme betrafen die großen Rückstände die Kredite, die sie zu Beginn ihrer Tätigkeiten aufgenommen hatten, und die Zahlungsbilanz der Gesellschaft zeigte im Laufe der Zeit eine - scheinbar - positive Tendenz. Auf die vorübergehenden Funktions- (oder vielleicht auch nur Kommuni- kations-) Probleme deutet lediglich die Tatsache hin, dass Bona im Januar 1582 vier Kredite ausdrücklich von seinem eigenen Geld zurückzahlte, wobei er herausstellte, dass er die ihm zustehende Summe von Bucchia eintreiben werde. Die tatsächliche Situation war Ende der 1580er Jahre natürlich bereits wesentlich schlechter, als die Vertragsklauseln dies andeuten. Im Januar 1591 machten die Verpflichtungen der Gesellschaft in Ragusa und in Italien insgesamt etwa 10.000 Scudo aus und ihre Gläubiger drohten den Schuldnern damit, ihre Immobilien versteigern zu lassen. Die Lösung des Problems erforderte, wie wir im Folgenden sehen werden, von Florenz bis Ofen ernsthafte finanzielle und logistische Schritte.55 Die Seefracht und die Seeversicherungen Neben der Kreditaufnahme und der Abwicklung der Lieferungen zu Lande war es eine weitere wichtige Aufgabe von Scipione Bona, den Seetransport zu organisieren und Kontakt zu den Partnern in Italien zu halten. Diese Aufgabe erledigte er teils auf der Grundlage des von seinem Vater aufgebauten Beziehungssystems, teils entwickelte er es aber auch weiter. Über den Seehandel der Geschäftsleute von Ragusa können wir anhand der gleichsam lückenlosen Aufstellung der Versicherungen ein plastisches und umfassendes Bild gewinnen. In Ragusa setzte sich die Versicherung von Seefrachten Mitte des 16. Jahrhunderts allgemein durch, wobei infolge der Vermittlung von Neapel die Form der Genueser Verträge übernommen wurde. Hierbei handelte es sich um eine 54 Molnár: Le Saint-Siége [wie Anm. 9.], S. 45-46. 55 Dok. III. 10/11.