Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
Ill renitente Schuldner zur Zahlung, und zwar auch osmanische Beamte und Soldaten. Sie übernahmen zudem die Interessenvertretung für Minderjährige, Abwesende oder für die Erben von Verstorbenen. Ordnungsaufgaben versahen die Wojwoden. In einer Mordsache war Zamagna gezwungen, um Unterstützung durch einen der Wojwoden nachzusuchen. Den suba§i finden wir in der Funktion eines Gefängniswärters vor. Die Agas und Janitscharen bei Hof konnten, im Falle von angemessenen Geschenken, ähnlich wie die Tschausche bei umstrittenen Fragen ihren Schützlingen effektive (gegebenenfalls bewaffnete) Hilfe leisten. In der Kanzlei des Paschas stellten die tezkereci die Bescheinigungen und Anweisungen aus, die sonstigen Schriften verfassten die Divanschreiber. Die Beglaubigung war Aufgabe des Siegelwächters, des mühürdar. Im Falle von Zuweisungen musste man den guten Willen des Schatzmeisters, des hazinedar, gewinnen. Auf Beamte, die Schriften datierten und registrierten, also auf den tarihgi, sowie auf die Männer des Truchsess, des ca$mgir, treffen wir nur unter den Personen, die Schuldner bei Bucchia waren. Oftmals wurde der Einfluss der einen oder anderen Person nicht durch sein Amt, sondern durch seinen informellen Einfluss bestimmt. Beim Inspektor der Speisekammer, beim kilerciba$i, der als Arzt des Paschas tätig war, oder bei einer als Karamusic bezeichneten Person, die einfach nur zum Berater bestimmt wurde. Und aus ähnlichen Gründen musste man auch den Imam aus der Sippe der Kurais umwerben. Die Verwendung der Quellen aus Ragusa signalisieren deutlich, dass die Struktur des Hofs des Beglerbegs in Ofen, die sich aus ihnen abzeichnet, mit wenigen, sich hauptsächlich aus den Eigenarten der Dokumente ergebenden Unterschieden, mit der Zusammensetzung des Apparats des Vilayet-Sitzes in Diyarbekir, der anhand osmanischer Akten vorgestellt wurde, übereinstimmt.157 Neben dem Hof des Paschas war das Amt des Kadis von Ofen der zweite „Stammplatz” von Zamagna. Jede Prozesssache musste er vor Gericht, also beim mah- keme, erledigen, weswegen es notwendig war, die Sympathie des gesamten Amtsapparates zu gewinnen. Die Schlüsselgestalten waren auch in diesem Büro nach dem Kadi seine Stellvertreter, der kethiida und der naib. Der Erstere vertrat seinen Vorgesetzten wahrscheinlich bei Amtsangelegenheiten, der Letztere ersetzte ihn als Richter bei ihm zugeteilten Prozessen. Das Gericht hatte in der Person des yasakqi auch einen eigenen Angestellten für Ordnungsangelegenheiten. Kläger, Angeklagte und Zeugen wurden vom muhzir benachrichtigt und bei Gericht vorgeführt. Auch der Kadi hatte einen eigenen Schatzmeister, den hazinedar, sowie mehrere Schreiber und einen eigenen Dragoman, also einen Übersetzer. Auch im Verhältnis zum Kadi kam den persönlichen Beziehungen eine große Rolle zu. Deshalb umwarb Zamagna bei einem schwereren Fall auch den Sohn des Kadis, um eine günstige Entscheidung zu erreichen. Unter den Ämtern in der Provinz wird im Rechnungsbuch einzig das Gericht des Kadis von Keve erwähnt. Am wenigsten wissen wir über das Amt des Defterdars. Auch ihn vertrat ein 157 Göyünc, Nejat: Wie ein Beglerbeg im sechszehnten Jahrhundert seines Amtes waltete. In: Baldauf, Ingeborg/Faroqhi, Suraiya/Vcsely, Rudolf (Hrsg.): Armagan. Festschrift für Andreas Tietze. Prag 1994, S. 113-121, hier S. 115-1Í8.