A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)
FORRÁSOK —QUELLEN
ISTVÁN BARACZKA REGISTER DER DEUTSCHEN FLEISCHERZUNFT ZU OFEN (1500-1529) (Vorwort der für 1963 geplanten Ausgabe) Die Zunft der deutschen Fleischer spielte im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben von Ofen (Buda), der Hauptstadt Ungarns, eine wichtige Rolle. Von den Vorständen und Meistern der Zunft waren mehrere Mitglieder des städtischen Magistrats. Ihre wirtschaftliche Tätigkeit beschränkte sich nicht nur auf die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln in ihren Fleischereien, sondern sie schalteten sich auch in die geschäftlichen Unternehmungen der europäischen Fleischversorgung ein, verschaffen sich mittels des Handels mit ungarischen Rindern und Rohhäuten ein beträchtliches Handelskapital und unterstützen mit ihren Kreditaktionen die Zunftmitglieder. Von ihren Handelsbeziehungen mit italienischen Hautgroßhändlern und - durch Vermittlung der Rinderhändler von Nürnberger - mit dem süddeutschen Kapital zeugen das vorliegende Zunftbuch und die damaligen, teils auch deutschsprachigen Urkunden, in beredter Weise. Ihr erhalten gebliebenes Buch, das - wie aus ihren Hinweisen hervorgeht - nicht das erste derartige Dokument ist, stellt nicht bloß ein Verzeichnis für finanzielle Angelegenheiten dar, also ein Register im engeren Sinne des Wortes, sondern spiegelt - ähnlich den mittelalterlichen Stadtbüchern - das gesamte Zunftleben im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wider. In ihm wurden die Verpachtung ihrer Immobilien, die Gewährung von Krediten für die Zunftmitglieder und ihre Tilgung in Raten, ihre Abrechnungen mit italienischen Häutegroßhändlern, der Verkauf ihrer Immobilien, die Sicherstellung des Erbteils für Waisen und ihre Dienstleistungen für die Stadt eingetragen, aber zugleich auch Veränderungen der Zunftregeln sowie das Verhalten der Zunftmitglieder gegenüber dem städtischen Richter und dem Magistrat verzeichnet. Das Buch stellt nicht nur eine ausgezeichnete Quelle für die Wirtschafts-, Sozial oder Rechtsgeschichte dar, sondern auch für den deutschen Sprachkundler, denn das Buch schrieb einer der Meister entsprechend dem damaligen süddeutschen Sprachzustand. Infolge der expansiven Kriegszüge der Türken, die die wirtschaftliche Situation destabilisierten, übersiedelten Mitglieder der Zunft nach Tyrnau (Nagyszombat) und nahmen das Buch mit sich. Dort setzte die Zunft - auch weiterhin als Ofener Zunft ihre Tätigkeit fort.