Hidvégi Violetta - Sebestyén László: Áthallások. Ybl a Palota-negyedben (Budapest, 2016)

I. Írások

6 Sportzentrum hinter dem Nationalmuseum Nationale Reitschule und Turnhalle 1857-1858 Sports Centre behind the National Museum National Riding Hall and Gymnasium 1857-1858 t \ de Zur Entstehung des Palastviertels um das National­museum trugen auch die politischen- und kulturellen Einrichtungen und Sportanlagen bei. Die Magna­ten fanden die Schauplätze für ihre politischen und freizeitlichen Tätigkeiten in der näheren Umgebung. 1837 wurde das spätere Nationaltheater am Treff­punkt der Rákóczi Straße und Museum Ring eröffnet und nach einem Jahrzehnt wurde das nach den Plänen von Mihály Pollack gebaute Nationalmuseum überge­ben. Die Bebauung der damaligen Gartenstadt regten jedoch in erster Reihe die Sportanlagen an. Bei der Auswahl des Grundstücks hinter dem Nationalmuseum durfte es eine Rolle gespielt haben, dass Reiterschulen auch schon früher in der Umge­bung existierten. Der Staatshaltereirat genehmigte 1856 die überarbeiteten Statuten des Pester Reiter­vereins, und der auf die Initiative des Grafen Antal Szapáry entstandene Verein vergab Aktien um die Kosten der Errichtung der Reiterschule, des Schieß­platzes, der Fechten- und Turnhalle zu decken. Die Bauarbeiten begannen am 26. Juni 1857, und schon nach einem Halbjahr, am 27. Januar 1858, wurde das Gebäude vor den Mitgliedern geöffnet. Es entstand ein Gebäude in hauptstädtischem Rang, das die Ansprüche der Magnaten in aller Hinsicht befriedigte. Der Eingang an der Straßenseite mit zwei Vor­dächern führte unmittelbar in die Manege. In dem mittleren, herausragenden Teil des länglichen, recht­eckigen Gebäudes befand sich die Reithalle, während Ybl die Stallungen, den Schießplatz bzw. die Wohnun­gen der Dienerschaft in den niedrigeren Seitenflügel unterbrachte. Der Salon im oberen Stock der Manege an der Straßenseite blickte mit seinen Glasarkaden auf den Reitersaal. Die Straßenfassade folgte der inneren Einrichtung. Für die stockige Turnhalle am Norden der Reit­schule beauftragte Ybl die Baugenehmigung am 20. April 1858. In 10 Tagen bewilligte das Verschöne­rungskomitee der Stadt Pest den Bau dem Baumeister József Diescher. Mit dem die Wohnungen umfassen­den Gebäudeteil an der Straßenseite verband sich senkrecht die Turnhalle. Die Details des Gebäudepaars wurden von der mittelalterlichen halbkreisförmig ver­wendeten Romantik inspiriert. Die Turnhalle wurde nach den Plänen des von Alajos Baumgarten errichteten Esterhazy Palasts abgelöst. Heute befindet sich hier der Marmorsaal des Radios. Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Gebäude der Reitschule wurde 1948 niedergerissen. Auf dem Grundstück wurde der zweistöckige Atombunker des Ungarischen Radios errichtet. Der Betonblock wurde mit der Büroanlage des Radios rundherum bebaut. 046

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