Aggházy Kamil: Budavár bevétele 1849-ben II. - Budapest Történetének Forrásai (Budapest, 2001)

Okmánytár

vom 20. auf den 21. sie um beiläufig 4 Uhr früh beim Stuhlweissenburger Thor und eine dort gemachte Bresche, später beim Wiener Thor in die Festung eingedrungen sind. Wie ich verkleidet unter den Ungarn war, hörte ich sie sprechen, dass sie Niemand Pardon gaben, als den Italienern, welche ihnen die Hände gereicht und heraufgezogen haben, diese standen bei dem Stuhlweissenburgerthor, längst der Front gegen die Christinenstadt. Als der Herr General von dem Eindringen in die Festung vernahm, ging er an der Spitze der Truppen mit dem bei der Hauptmacht befindlichen zwei Kanonen dem Feind entgegen, konnte aber selben nicht mehr hinauswerfen, weil er schon alle Häuser besetzt hatte und unaufhörlich frische Leute eindrangen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Herr General schwer verwundet, welches ich selbst gesehen habe. Mittlerweile kämpften unsere Soldaten noch immer fort, konnten aber endlich, nachdem auch beim Wasserthor und dem Ausfall beim Palatinalgarten die Feinde eindrangen, dieser grossen Übermacht nicht länger standhalten, - und die Ungarn haben dann ein fürchterliches Gemetzel begonnen und auch die Häuser geplündert. Ich habe mich, wie ich schon sah, dass wir überwunden sind, bei einem guten Bekannten in Civilkleider angezogen, und mich, während alles dem Görgei zujubelte, bei dem Palatinalgarten hinausgeschlichen, und bin noch, in einem Fort bei zwei schlafenden Vorposten in die Nähe Alt Ofens vorüber bis Dorogh gegangen. Dort wollte ich etwas essen, aber der Wirth, der mich um einen Ausweis frug, den ich nicht vorweisen konnte, Hess mich arretiren, Eisen anlegen und in der Früh am 22. wurde ich nach Gran ins Comitatshaus geführt. Ich gab mich für einen Zimmennann aus, da ich etwas dergleichen arbeiten kann. Man wollte mir nicht glauben, sagte, ich wäre ein verkleideter Offizier oder Spion, blieb eingesperrt, bis ich Mitwochs den 23. Probe ablegen musste, dass ich richtig ein Zimmermann sei, welches Probestück mir gelang, und wurde mittelst Schubs bis nach Neutra gebracht, wo ich Samstag den 26. ankam und wieder im Comitatshaus eingesperrt wurde. Am 27. Nachmittags führten sie mich in die Caserne und wollten mich assentieren, da ich aber sagte, ich wäre als Invalid wegen Augenschwäche und Krampfadern entlassen worden, Hessen sie mich frei, und ich ging dann so schnell ich nur konnte fort, stiess bei Trentsin endlich auf unsere Vorposten. 271

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