Szita László (szerk.): Tanulmányok a török hódoltság és a felszabadító háborúk történetéből. A szigetvári történész konferencia előadásai a város és vár felszabadításának 300. évfordulóján, 1989 (Pécs, 1993)

I. Tanulmányok a török alóli felszabadító háború kérdéseiről - LUDWIG HÜTTL: Die Türkenkriege aus der Sicht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

eingegangenen Verpflichtungen auch tatsächlich zu erfüllen. Die reichen Spenden der Gläubigen insbesondere an den zahlreichen Wallfahrtsorten der süddeutsch­österreichischen Raumes sowie die Abgaben der klösterlichen Untertanen er­möglichten wiederum den Klöstern und Abteien, die Türkenkriege finanziell zu unterstützen, gleichzeitig die landesherrlichen Geldforderungen zu erfüllen und darüber hinaus noch genügend Mittel zur Verfügung zu haben, um die Kosten für die Bauten des Barock zu begleichen. In Bayern verfügten zum Beispiel die landständischen Klöster während des 17. und 18. Jahrhunderts über 54 Prozent von Grund und Boden sowie über 50,4 Prozent aller Untertanen. 70 Da die Klös­ter die Steuerhoheit über ihre Untertanen besaßen - der Adel verfügte ver­gleichsweise über 24 Prozent an Grund und Boden sowie an Untertanen -, wa­ren die Klöster die finanzkräftigste gesellschaftliche Gruppe innerhalb der bayerischen Landstände. Gemeinsam mit Adel, Ritterschaft, Städten und Märk­ten verbürgten sie die Kreditwürdigkeit des Landes und des Landesherrn, der sich häufig in großen finanziellen Schwierigkeiten befand. Mit Hilfe der Landstände, deren Reichtum auf den Abgaben ihrer Grundhol­den beruhte, vermochte der Landesherr sein direktes oder indirektes Engage­ment in den Türkenkriegen zu finanzieren. Dies läßt sich anhand der bayerischen Landtagsakten der Jahre 1661 bis 1664 bis zum Waffenstillstand von Vasvár­Eisenburg ebenso nachweisen wie in den Jahren 1683 bis 1688, als Max Emanuel persönlich an den Ungarnfeldzügen teilnahm, 71 oder 1716/17, als Bayern wieder­um ein Hilfskorps zur Verfügung stellte. 72 Das bayerische Engagement vor Wien 1683 73 und anschließend in Ungarn, besonders bei den Kämpfen um Ofen (Bu­da) 1686 74 und am Berge Harsány 1687 75 bezifferte Max Emanuel auf insgesamt 11 Millionen Gulden. Zum Vergleich: der bayerische Staatshaushalt - sofern dieser Begriff für die damalige Zeit überhaupt angewendet werden kann - betrug jährlich 2 Millionen Gulden. Hinzu kam eine etwa gleich große Summe als Bei­hilfe der bayerischen Landstände für den Staatshaushalt. Die Aufwendungen Bayerns für die Türkenfeldzüge 1683 bis 1687 in Höhe von 11 Millionen Gulden - nicht eingerechnet die kaiserlichen Subsidien, die zusätzlich noch zu diesem Zweck verwendet wurden - betrugen somit mehr als die gesamten Steuerabgaben der bayerischen Untertanen für zwei Jahre. Die Finanzierung sei der „Nervus belli", äußerte Prinz Eugen von Savoyen. Allein die Löhnung der kaiserlichen und alliierten Truppen in Ungarn (etwa 44.000 Mann) während der drei Som­mermonate 1697 war auf 1,7 Millionen Gulden für die kaiserliche Kasse und auf 370.000 Gulden für die Kasse der Reichsstände veranschlagt. Die Rekrutierung erforderte weitere 860 000 Gulden, die Beschaffung von 310.000 Zentner Mehl

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