Szita László (szerk.): Tanulmányok a török hódoltság és a felszabadító háborúk történetéből. A szigetvári történész konferencia előadásai a város és vár felszabadításának 300. évfordulóján, 1989 (Pécs, 1993)

I. Tanulmányok a török alóli felszabadító háború kérdéseiről - LUDWIG HÜTTL: Die Türkenkriege aus der Sicht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

in Schloß Schleißheim bei München, in der Präsentation der Türkenbeute, in Lied und Literatur wurde dem Triumpf Dauer verliehen. Bereits Hans von Aachen hatte die Siege Kaiser Rudolfs II. im. sog. „Langen Türkenkrieg" ver­herrlicht und Tizian die Schlacht bei Lepanto. Die Prediger interpretierten die Siege ebenfalls heilsgeschichtlich wie ehedem die Bedrohung. Gott habe gehol­fen, 61 sich der Sünder erbarmt, ihm allein gebühren Dank und Ehre. Gott habe die Bemühungen von Kaiser, Fürsten und Adel gesegnet. Das Gottesgnadentum des absolutistischen Herrschers erwies sich neuerlich als gerechtfertigt. Erst im Gefolge der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Orient vor allem durch französische, englische, holländische Orientalisten und Arabisten seit Ende des 17. Jahrhunderts sowie durch den Töleranzgedanken der Aufklärung im 18. Jahrhundert setzte eine Versachlichung des „Türkenbildes" ein. Unbelastet von akuten Bedrohungen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wandelte sich im Rokoko die ursprüngliche Ablehnung orientalischer Lebensfor­men in Bewunderung, im Rokoko sogar bis zur Schwärmerei. Das Türkenbild war, wie die jüngsten Forschungen zeigen, insgesamt uneinheitlich und von den jeweils dominanten Zeitströmungen in Politik, Religion und Kultur wesentlich beeinflußt. Wien, einst eine vom osmanischen Reich bedrohte Grenzstadt des Reiches, war durch die Rückgewinnung Ungarns und die Siege über die Osma­nen zum politischen und kulturellen Zentrum des Reiches geworden. Wesentlich dazu beigetragen hat die materielle und finanzielle Kraft der böh­mischen Länder, die ein großes Maß an „Opferwilligkeit" zeigten durch Geldlei­stungen und Truppengestellung. Die finanziellen Leistungen der böhmischen 63 Länder gegenüber den österreichischen Ländern betrugen etwa 2/3 zu 1/3. Nicht zu unterschätzen für die Aufrechterhaltung der Grenzverteidigungszone und der Festungen, für die Aufstellung der kaiserlichen Heere und der Reich­struppen ist auch die Turkenhilfe der deutschen Reichsstände bzw. der Bewohner des Reiches. Da der habsburgische Kaiser gleichzeitig König von Ungarn war, gelang es ihm immer wieder, wenngleich oft nur unter großen Mühen, mit Ver­zögerungen und mit geringerem Erfolg als ursprünglich erhofft, Hilfsmittel für die Kriegszüge zu erhalten. Insbesondere die Kirche und hierbei wieder die Or­den unterstützten die kaiserlichen Anträge auf Turkenhilfe, die nach alter Tradi­tion nach "Römermonaten" 64 bewilligt wurden, so benannt nach den notwendigen monatlichen Kosten eines kaiserlichen Italienzugs. Mit Hilfe dieser Gelder konnte ein Teil des Solds für die Truppen gezahlt werden. Allerdings war diese Turkenhilfe keine permanente Steuer; sie wurde .von Fall zu Fall neu ver-

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