Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

handenen diplomatischen Beziehungen mit Versailles zu nützen, um Ludwig XIV. im In­teresse der Christenheit zu bewegen, einen Waffenstillstand mit dem Reich auf der Basis des Status quo abzuschließen. Dadurch wären Kaiser Leopold und alle, die Ungarn von den Osmanen zurückerobern wollten, in der Lage, ohne Sorge vor einem Zweifrontenkrieg zu handeln. Vor allem der päpstlichen Diplomatie Innozenz' XI. war es zu verdanken, daß schließlich dieser Waffenstillstand zwischen Frankreich sowie dem Kaiser und dem Reich zustande kam. Erst als die politischen Bemühungen um einen Ausgleich zwischen Wien und Versailles Erfolge zeitigten, waren Afax Emanuels Besorgnisse vor einem Zweifrontenkrieg zerstreut. Jetzt war er bereit, seine Truppen nach Ungarn zu entsenden. Karl von Lothringen 29 belagerte seit dem 15. Juli 1684 Ofen (Buda) und benötigte dringend Verstärkungen. Mitte Auaust rückten die bayerischen Truppen unter dem Befehl des Generalfeldzeug­meisters Graf Serényi und des Generalfeldzeugmeisters Graf Monttort vom Lech in Rich­tung Ungarn ab. Am 9. September traf Max Emanuel mit seiner berittenen Leibqarde der Hartschiere im Feldlager vor Ofen ein. Wegen einer Erkrankung Karls von Lothringen über­nahm Max Emanuel vorübergehend auch den Oberbefehl über das kaiserliche Heer. 30 Ihm käme ohnedies der Oberbefehl zu - dies war seine Überzeugung. Schließlich war er der ranghöhere Fürst und regierender Kurfürst von Bayern, der Lothringer aber ein Herzog ohne Land. Ludwig XIV. hielt dessen Heimat seit Jahren besetzt. Ein selbständiges Kommando zu übernehmen oder sogar dem Herzog von Lothringen übergeordnet zu wer­den, ihn seinem Kommando zu unterstellen, war Max Emanuels sehnlichster Wunsch. Kaiser Leopold und seine Berater bevorzugten jedoch den an Alter und militärischer Erfahrung reicheren lothringischen Verwandten. Um ein nicht nur erträgliches, sondern gutes Einvernehmen zwischen Aiax Emanuel und Karl von Lothringen herzustellen, ver­wendete die kaiserliche Diplomatie viel Zeit und Mühe. Auch der wortgewandte Kapuzi­nerpater Marco d'Aviano :n setzte sich persönlich und in seiner zeitweiligen Eigenschaft als päpstlicher Gesandter mit wechselndem Erfolg für einen Interessenausgleich nicht nur zwischen Max Emanuel und Karl von Lothringen, sondern sämtlichen Heerführern ein. Die französische Diplomatie wies dagegen darauf hin, daß Wien den bayerischen Kur­fürsten brüskiere, wenn es ihm den ihm zustehenden Oberbefehl verweigere. Dabei ging es nicht nur um Rangstreitigkeiten, die damals sehr ernst genommen wurden, sondern auch um unterschiedliche militärische Auffassungen. Max Emanuel bevorzugte den An­griff, wo immer er möglich war 32 ; der Lothringer setzte auf taktische Manöver, um den Gegner zu zermürben. Am 4. Oktober 1684 scheiterte ein Sturmangriff der Verbündeten auf die Festung Ofen. Das osmanische Entsatzheer, das sich seit dem 22. September unter dem Seraskier Mustafa Pascha von Stuhlweißenburg her genähert hatte, vermied eine offene Feldschlacht. Es war keine Entscheidung gefallen, und die Jahreszeit war weit vorgeschritten. Die Verluste der Kaiserlichen waren seit Beginn der Belagerung außerordentlich hoch gewesen; man be­klagte den Verlust von rund 23 000 Mann - Tote, Verwundete, Kranke. Die Heeresleitung beschloß deshalb Anfang November, die Belagerung abzubrechen, da keine Aussicht be­stand, die Festung noch vor Einbruch des Winters zu Fall zu bringen. Es war höchste Zeit, sich in die Winterquartiere zu begeben. Die bayerischen Soldaten erhielten ihre Winterquartiere am Fuß der Hohen Tatra®. Der eisige Winter 1684 85 brachte dem baye­rischen Kontingent weitere Verluste. Über die Auszahlung der kaiserlichen Subsidien an Bayern, über die Winterquartiere und die Versorgung der Soldaten kam es wiederholt zu Differenzen zwischen München und Wien. V) DIE HEIRAT MAX EMANUELS Nach dem Abbruch der Belagerung von Ofen begab sich der bayerische Kurfürst nach Wien, um in persönlichen Gesprächen mit dem Kaiserpaar und den kaiserlichen Ministern das Problem seiner Vermählung zu erörtern. Eine Verbindung mit dem französischen

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