Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

am 7. Juli 1957 berichtete man von der Aufnahme von 3.500 ungarischen Flücht­lingen, die auf dem Gebiet des Bundeslandes lebten. Aus Österreich waren 2.500 Personen in organisierten Transporten und aus anderen Bundesländern Deutschlands 1.000 Personen gekommen. Die Anzahl der Ungarndeutschen unter den aufge­57 nommenen Flüchtlingen war unbedeutend. Ihre Zahl war nicht genau bekannt. Es steht aber fest, daß ihre Anzahl und ihr Prozentsatz die Erwartungen bei weitem nicht erfüllten. Die Flüchtlingsfrage in der Tätigkeit des Gemeinderates Gerlingen 58 In den Gemeinderatssitzungsprotokollen kam das Thema zum ersten Mal am 21. Februar 1946, kurz nach der Gründung des Gemeinderates, zur Sprache, als der örtliche Ausschuß der Württembergischen Nothilfe ins Leben gerufen wurde. Unter den Mitgliedern fand man neben den Beauftragten des Gemeinderates und denen des Roten Kreuzes auch den Vertreter der Flüchtlinge. Der Gemeinderat behandelte den ersten konkreten Fall, in dem es um die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie in einer Teilwohnung ging, am 27. März. Der Gemeinderat hatte sich auch mit dem an sich unbedeutenden Problem der klein­lichen Eigentümerin abzugeben, wer wo kochen sollte. Sie forderte, daß die Flüchtlingsfamilie in der Parterrewohnung kochen sollte. Der Beschluß des Gemein­derates verfügte dagegen, daß das Wohnungsamt eine gemeinsame Küchenbe­nutzung durchsetzen solle. Die Aufnahme eines Sammeltransports von weiteren 200 Flüchtlingen stand am 24. April an. Der Flüchtlingsreferent und der Flüchtlingskommissar hatten für die Errichtung eines Sammellagers zu sorgen. Zur massenweisen Unterbringung kamen Schulgebäude, zur individuellen Privatwohnungen in Frage. Die Wohnungseigen­tümer wurden angewiesen, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Diese Gruppe von Flüchtlingen bestand aus Ungarndeutschen aus Zsámbék, die aus dem Lager Malmsheim in das Dorf geschickt worden waren. Die Unterbringung in Privatwohnungen veranlaßte auch in der folgenden Zeit viele Streitigkeiten. Ein großer Teil des Sammeltransports wohnte auch noch am 3. Mai im Schulgebäude, da keine Privatwohnungen zur Verfügung standen. Nur Alleinstehende und kleinere Familien konnten eine Wohnung finden. Die Wohnung­seigentümer zeigten nämlich nach Behauptung des Wohnungsamtes - durch ihre Beanstandung der Wohnungsbenutzungsliste in den meisten Fällen ein abweisendes Verhalten. Der Gemeinderat beschloß deshalb einstimmig, eine Kommission zwecks Überprüfung der Wohnungsverhältnisse aufzustellen, die aus dem Bürgermeister, dem Vizebürgermeister, einem Mitglied des Gemeinderats und dem bereits erwähn­ten Vertreter der Flüchtlinge bestand. Sie hatten die Aufgabe, die in Frage kom-

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