Prag – Wien – Pressburg in der Diplomatie 1920-2005 – Katalog zur Ausstellung
DIE GESCHICHTE DER GEGENSEITIGEN DIPLOMATISCHEN BEZIEHUNGEN
Bericht der Botschaft Wien über die kritische Haltung der österreichischen Öffentlichkeit zur Inhaftierung von Václav Havel im Zusammenhang mit einer nicht genehmigten Demonstration auf dem Wenzelsplatz im Jänner 1989. Diese Demonstration fand im Gedenken an den Studenten Jan Palach statt, der sich 1969 aus Protest gegen die Okkupation der Tschechoslowakei durch sowjetische Truppen verbrannt hatte. Wien, 1989, 10. Februar, tschechisch AMZV, TO-T, 1980-1993, Rakousko 101 Zu Zeitungsartikel über das Treffen der Außenminister Jiri Dienstbier und Alois Mock an der tschechoslowakisch-österreichischen Grenze zwischen den Gemeinden Haté und Kleinhaugsdorf im Dezember 1989. Nach der Aufhebung der Visapflicht konnten tschechoslowakische Bürger frei nach Österreich reisen. Der neue tschechoslowakische Außenminister J. Dienstbier unternahm seine erste Auslandsreise, um sich mit seinem österreichischen Amtskollegen zu treffen und gemeinsam mit ihm den Stacheldraht an der tschechoslowakisch-österreichischen Grenze durchzuschneiden. An der spontanen Begrüßung in Kleinhaugsdorf nahmen auch die Botschafter beider Länder Karl Peterlik und Milan Rushák teil. Foto und Zeitungsartikel. Haté/Kleinhaugsdorf, 1989, 17. Dezember, tschechisch Rudé právo, 1989, 18. prosince, s. 7, Archiv Őeské tiskové kanceláre 102 Offizieller Besuch des Ministerspräsidenten der CSSR, Dr. Marián Calfa, in Österreich, 30.-31. Jänner 1990. Erster Besuch einer tschechoslowakischen Delegation in Österreich unmittelbar nach der „Samtenen Revolution“ im Jahre 1989. Wien, 1990, 1. Februar, tschechisch AMZV, ZÚ Viden, 1990 103 Text des Vortrags von Dr. Alois Mock, Außenminister der Republik Österreich, aus Anlass seines offiziellen Besuchs der Tschechoslowakei vom 7.3.1990 an der Karlsuniversität mit dem Titel „Österreich und die Tschechoslowakei in einem neuen Europa“. Auszug aus Seite 4: „Diese Beziehungen [zwischen der Tschechoslowakei und Österreich] haben seit dem Augenblick, in dem der Außenminister und ich - in einem für uns sicher auch persönlich bedeutsamen Moment letzten Dezember den sog. „Eisernen Vorhang“ durchtrennten, einen starken Impuls erfahren. Der rasante Anstieg bei der Anzahl der Besuche auf den unterschiedlichsten Ebenen ist dafür ein schlagender Beweis. Die Öffnung der über ganze Jahrzehnte toten Grenzen hat viele Bürger der Tschechoslowakei nach Österreich und vor allem nach Wien geführt. Das Interesse der Österreicher an Reisen in die Tschechoslowakei ist gestiegen. Die 100 31