Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915
LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT
Ludwig lag jedoch nicht nur die Förderung naturkundlich interessierter junger Menschen am Herzen, sondern auch jene von Studenten und angehenden Wissenschaftlern, denen er neben eigenen Erfahrungen und Kenntnissen, seine privaten Sammlungen zur Verfügung stellte, naturkundliches Material und Literatur beschaffte, aber auch Kontakte zu Gelehrten vermittelte. Zu diesem Kreis zählten, beispielsweise, der deutsche Ornithologe Adolf von Jordans, der seine Dissertation über die Vogelwelt Mallorcas verfaßte, aber auch die im Rahmen naturwissenschaftlicher Exkursionen regelmäßig nach Mallorca gebrachten Schüler des Genfer Universitätsprofessors für systematische und pharmazeutische Botanik und ausgezeichneten Kenners der spanischen und mallorquinischen Flora, Robert Hippolyth Chodat, der auch Paraguay erkundete und in der Grünalgenforschung bahnbrechend hervortrat, wie auch jene des spanischen Darwinisten und Professors für Biologie und Zoologie an der Universität Barcelona, Odón de Buen y del Cos, des Begründers der spanischen Ozeanographie und unter anderen auch der meeresbiologischen Station in Porto Pi auf Mallorca. R H.Chodat, C. Marchesetti oder auch die beiden Schweizer Paläontologen J. Lambert und L.W.Collet bezeugten Ludwig ihre Dankbarkeit indem sie auf den Balearen entdeckte und bestimmte Pflanzen bzw. eine fossile Seeigelart, deren Studium Ludwig anhand eines aus seiner privaten Sammlung stammenden Exemplares ermöglicht hatte, widmeten. Auf Ludwigs Veranlassung geht auch die Herausgabe einer Stadt- und Schloßgeschichte von Brandeis zurück, die der Historiker und Altphilologe Justin V. Prasek verfaßte, und die Edition eines zweibändigen Werkes über „Hernstein in Niederösterreich“ wurde von ihm ebenso unterstützt wie auch die Genossenschaft der Bildenden Künstler in Wien regelmäßig finanzielle Zuwendungen erhielt. Zeichnung Ludwig Salvators: Alboran Schließlich versuchte Ludwig Salvator, nachdem bereits 1879 das vom Entomologen Ludwig W. Schaufuss in Oberblasewitz bei Dresden zur Hebung des naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Schulen errichtete naturhistorisch-ethnografische Museum, ihm zu Ehren Museum Ludwig Salvator genannt worden war, sowohl Mallorca als auch Brandeis in persönlicher Initiative durch die Einrichtung eines öffentlich zugänglichen ethnografischen Museums zu bereichern, und zögerte auch nicht, mit einer ähnlichen Idee an den Triestiner Bürgermeister Alfonso Valerio heranzutreten. 44 Museen