Historische Momente polnisch-österreichischer Beziehungen vom 14. – 20. Jh.

Jerzy Gaul, Warschau: Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Polen und Österreich vom 14.-20. Jahrhundert

Königreichs Polen durch den Akt vom 5. November 1916 war, trotz ihrer Bedeutung mehr von der Absicht einer Ausnutzung der demographischen Potenz Polens zur Ergänzung der Armee der Mittelmächte als von dem Wunsch nach einer wirklichen Befriedigung der politischen Aspirationen Polens geleitet. In Folge des Widerstands der radikalen Unabhängigkeitsparteien kam es nicht zum Aufbau einer polnischen Armee. Letztlich wurde die austro-polnische Lösung durch das Abkommen Deutschlands und Österreichs mit Russland und der Ukraine im Februar 1918 in Brest Litowsk kompromittiert. Das Ende des Krieges im November 1918 ermöglichte mit der Auflösung der Habsburgermonarchie die Entstehung der Republik Österreich und die Unabhängigkeit Polens nach einer 123 Jahre langen Periode der Unterdrückung. Die langen Beziehungen zwischen Polen und Österreich blieben trotzdem nicht ohne Nachwirkung. Wie der polnischen Historiker H. Wereszycki ausführte, übernahm das unabhängige Polen von Österreich-Ungarn nicht nur die sozialen Versicherungen, die Krankenkassen, sondern auch die Bürgerrechte: das allgemeine Wahlrecht, das Geheimnis der Korrespondenz, die Freiheit der Äußerung und Gesetze, die größtenteils auch nach dem Jahre 1926 in der Zeit der Sanierung bestanden. Die diplomatischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Polen, die in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen stattfanden, waren von der Gleichberechtigung der durch eine gemeinsame Geschichte verbundenen Staaten geprägt. Die 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts standen ganz im Zeichen des steigenden Einflusses des nationalsozialistischen 16

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