1705 – Was vor 300 Jahren geschah…

6. Wirtschaft und Finanzen

gebundene Handschrift, fester Einband, urspr. mit Stoffbändem zum Verschließen, 43 Folien “Raittung über die Hochfürstl: Salzburgi: Herrschaft Oberwölbling: und daß Capitl: Ambt Schwainem, vom Ersten May Anno 1705. biß Letsten April Anno 1706“ Einige herausragende Kapitel: Burgrechtsdienste der Bewohner der betroffenen Dörfer, Gäste, und Ausländer; Pfennigdienste der Untertanen; “Noval“ (Novaläcker werden durch Rodung bzw. Neuumbruch aus Ödland gewonnen); Küchendienst (in Geld- und Naturalrechnung); Getreideabgaben (in Mengen); Vieh, Wein etc. Diese “Raittung“ unterscheidet sich von den Pflegamtsbüchem vor allem dadurch, dass sie im zweiten Teil Gebühren für folgende Ereignisse anführt: “Heyraths Consens“, “Lechenraich“ (Weiterreichung eines Lehens nach dem Tod des Lehensnehmers), “Khauff“, “Erb“, “Cession“, “Heyrath“, “Aliud“ (Sonstiges, z.B. Verkauf eines Weingartenanteils), “Wandl“ (Umwandlung nicht geleisteten Dienstes in Geldzahlung), “Vermächtnus“. Es werden nicht nur die Gebühren verzeichnet, sondern auch die zu Grunde liegenden Ereignisse genau beschrieben. Nr. 93 Spezifikation der quartierfreien Baujahre in Wien Signatur: Österreichische Akten Niederösterreich Kt. 11 (alt 11 b), fol. 356-383 (aufgeschlagen: fol. 24) gebundene Handschrift, ohne festen Einband, 28 Folien “Specificatio Deren Quartiers-Freyen Baw-Jahren, Wann? und wie Lang? auch weme solche verwilliget worden? gleichwie hierinnen zuersehen“ Die Hausbesitzer Wiens waren verpflichtet, für Hof-Bedienstete Quartiere zur Verfügung zu stellen. Das vorliegende Verzeichnis bietet eine Übersicht über die befristete Befreiung von dieser Pflicht (“Quartiersfreiheit“) für die Jahre 1683 bis 1707 (jeweils Beginn der Laufzeit). Das Verzeichnis enthält den Namen des Hausbesitzers samt Adresse (Gasse oder Straße), den genauen Stichtag, mit dem die Frist zu laufen beginnt, sowie die Dauer (Anzahl der Jahre) der Befreiung (hier zwischen 4 und 30 Jahren sowie “ad dies vitae“, also auf Lebenszeit). Der bedeutendste geschlossene Bestand zum Hofquartierwesen, “Bücher und Akten in Hofquartierssachen“ (1563-1782), befindet sich im Hofkammerarchiv in Wien.

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