1705 – Was vor 300 Jahren geschah…
5. Europa im Krieg
Während die kaiserliche Hauptarmee in Richtung Siebenbürgen zog, setzte der erfahrene und begabte Kuruzzenführer General Johann Bottyán (gest. 1709) mit seiner Armee über die Donau und sammelte die Reste der früher dort zersprengten Kuruzzentruppen. Bottyán drängte durch seine geschickte Taktik die kaiserlichen Einheiten schon im November 1705 bis zur westlichen Grenze Ungarns zurück. Generalfeldwachtmeister Hannibal Josef Graf von Heister (gest. 1719) schildert in seinem ausführlichen Bericht die Kämpfe, die gegen die Kuruzzen von Oberst Emerich Bezerédj (1679-1708) zwischen der Raab und Raabnitz ausgetragen wurden. Trotz seiner Anstrengungen wurde General von Heister mit seinen Truppen nach der Schlacht bei Szentgotthárd (13. Dezember 1705) aus dem Land gedrängt. Nr. 75 Belagerung der Stadt Ödenburg (Sopron) Dezember 1705 Kupferstich von einem unbekannten Künstler Reproduktion Nach der Eroberung Transdanubiens begann der Kuruzzengeneral Johann Bottyán (gest. 1709) die Belagerung der Stadt Ödenburg, die die Kuruzzen nicht in die Stadt einlassen wollte. Nach den Angaben des “Neueröffneten historischen Bilder-Saals“ (VII. Teil, Nürnberg o. J.) sind schon beim ersten Angriff 180 Häuser in den Vorstädten und 4 in der Innenstadt abgebrannt. Die von Oberstleutnant Wittersheimb geführte Besatzung und die Bürger verteidigten sich tapfer; ein Erstürmungsversuch am 5. Jänner 1706 blieb erfolglos. Bottyán ließ die Belagerung abbrechen und verhängte eine Blockade über die Stadt. Die Kuruzzen verließen die Umgebung von Ödenburg Anfang 1706. Nr. 76 Der Kupferstecher Johann Andreas Pfeffel ersucht um das kaiserliche Privileg, verschiedene Kupferstiche exklusiv vertreiben zu dürfen Wien, 17. März 1702 Signatur: RHR, Gewerbe-, Fabriks- und Handelsprivilegien 8, fol. 226f. Papier, eh. Pfeffel wollte Kupferstiche mit den Porträts Kaiser Leopolds und seiner Umgebung sowie der hohen Generalität hersteilen. Er habe es in dieser Kunst unter nicht geringen Mühen und Unkosten fast zur Perfektion gebracht. Als Beispiel legte er das Porträt des Prinzen Eugen bei (siehe Nr. 77). Zum Schutz seines Werkes vor geschäftsschädigenden, minderwertigen Nachstichen wollte