1705 – Was vor 300 Jahren geschah…

4. Karl III. (VI.)

Nr. 44 Protokoll der Geheimen Konferenz Wien, 14. Oktober 1710 Signatur: Familienakten Kt. 96 Konzept, Papier Eigenhändige, während einer Sitzung der Geheimen Konferenz am 14. Oktober 1710 entstandene Notizen und Federzeichnungen Kaiser Josephs I. Da von Joseph I. mehrere derartige Niederschriften und Zeichnungen aus Sitzungen der Geheimen Konferenz (einer ungefähr dem heutigen Ministerrat entsprechenden Institution) erhalten sind, kann man annehmen, dass sich die Zeichnungen entweder auf Mitglieder der Konferenz oder die Verhandlungsgegenstände beziehen. Michael Göbl 4. Karl III. (VI.) Karl kam am 1. Oktober 1685 als zweiter Sohn Kaiser Leopolds I. aus dessen dritter Ehe mit Eleonore von Pfalz-Neuburg in Wien zur Welt. Durch Jesuiten erzogen, war er in religiöser Hinsicht seinem Vater viel ähnlicher als sein älterer Bruder Joseph. Bedächtig und ernst, war er wie viele Habsburger jedoch auch ein Freund der Musik und der Jagd. In den dynastischen Überlegungen des Hauses Habsburg war Karl für die spanische Thronfolge vorgesehen. Das Testament des am 1. November 1700 verstorbenen letzten spanischen Königs aus dem Hause Habsburg, Karls II. (1661-1700), zugunsten des französischen Prätendenten Philipp von Anjou machte derartige Pläne freilich zunichte und löste den Spanischen Erbfolgekrieg aus. Karl (III.) genoss die Unterstützung Preußens wie auch des Reichs, vor allem aber der protestantischen Seemächte Großbritannien und der Niederlande, seit 1703 auch jene Portugals. Auf dem Weg über Den Haag traf Karl 1704 in Lissabon ein, doch der erhoffte rasche Sturz des bourbonischen Königtums misslang. Mit Hilfe seiner Verbündeten konnte Karl im Oktober 1705 zwar in Barcelona einziehen, die spanische Hauptstadt Madrid ging aber nach der Einnahme durch die Alliierten (1706) bzw. durch habsburgische Truppen (1710) jeweils kurz darauf wieder verloren. Karls Einflussbereich blieb im Wesentlichen auf die Provinz Katalonien (Catalunya) beschränkt, obwohl er auch von der ständischen Opposition in Kastilien und Aragon unterstützt worden war.

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