700 Jahre Schweiz

II. Von der Habsburg nach Österreich

Beitritt Solothurns zur „Ewigen Richtung“ 1474 Oktober 17 Or. Pergament, Siegel; 40 cm x 21 cm HHStA Allgemeine Urkundenreihe 1474 Oktober 17 Die „Ewige Richtung“ (siehe n. 11) schloß auf Seite der Eidgenossen auch die ihnen „Zugewandten“ ein, d. h. diejenigen Städte, die nicht ausdrücklich in den Bund der - zu diesem Zeitpunkt - Acht Orte auf genommen waren, aber wie z. B. Solothurn mit einem Mitglied der Eidgenossenschaft, hier ist es Bern, in Allianz standen. Die Reichsstadt war vom Friedensvermittler, König Ludwig XI. von Frankreich, über den Abschluß der „Ewigen Richtung“ informiert worden und verpflichtete sich vier Monate später zur Einhaltung der Abmachungen. Schultheiß, kleiner und großer Rat und die Gemeinde der Stadt besiegelten diese Erklärung mit dem kleinen Stadtsiegel (für das große Siegel siehe n. 13), das über dem Wappenschild den Doppeladler der Reichsstadt zeigt. In der Siegelumschrift fehlerhaftes Latein: mit dem Buchstaben S wird generell die Kürzung für das Wort Siegel wiedergegeben. Hier lautet die Formulierung S, gefolgt von dem Wort „Sigilum“ (für „Sigillum“), womit klar ist, daß die Bedeutung der Kürzung den Stadtvätern nicht bekannt war. 1481 konnte Solothurn gemeinsam mit Freiburg/Fribourg der Eidgenossen­schaft beitreten. Th 12 13 Friede von Basel zwischen König Maximilian I. und den Eidgenossen 1499 September 22, Basel Or. Pergament, 12 Siegel; 78,7 cm x 53 cm HHStA Allgemeine Urkundenreihe 1499 September 22 Wie bei der „Ewigen Richtung“ (siehe n. 11) war ein Mediator nötig, um die erbitterten Gegner des sogenannten Schweizerkrieges an den Verhandlungs­tisch zu bringen: König Maximilian in seiner Funktion als Graf von Tirol und der Schwäbische Bund von seiten des Heiligen Römischen Reiches standen den Eidgenossen und den Bünden im heutigen Graubünden gegenüber. Auslösen­des Moment für den Kriegsausbruch im Januar 1499 waren bewaffnete Auseinandersetzungen im tirolisch-bündnerischen Grenzraum. Der Konflikt eskalierte, da beide Seiten Verbündete aufbieten konnten: Der König erhielt Hilfe vom Schwäbischen Bund, für die Bündner setzten sich die Eidgenossen ein, deren Schlagkraft entscheidend war. Ein Sieg nach dem anderen steigerte ihr militärisches Prestige zur absoluten Überlegenheit, die sich im Friedens­24

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