Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA
Hauptraum (Nr. 1–344)
55 Orig., Papier, mit eigenhändigem Zusatz und Unterschrift: Große Korrepondenz Fasz. 63. — Der englische Feldherr John Churchill, Herzog von Marlborough (1650—1722), war im Spanischen Erbfolgekrieg Befehlshaber der britischen Truppen in den Niederlanden und schlug gemeinsam mit dem Prinzen Eugen 1704 die Bayern bei Donauwörth und die Franzosen bei Höchstädt. 1710 eroberte er außer Douai noch drei weitere französische Festungen. 1712 beeinflußte er — inzwischen beim englischen Hof in Ungnade gefallen — nicht mehr das Kriegsgeschehen. 157. 1711 April 29, Szatmár (im gleichnamigen Komitat, heute Rumänien). Friedensinstrument zwischen den Kaiserlichen und den ungarischen Aufständischen, die alle amnestiert werden. Orig., Papier, Unterschriften eigenhändig: Urkundenreihe. — Die Unterwerfung der Aufständischen hat dem langen Bürgerkrieg in Ungarn ein Ende gemacht, der seit 1703 unter Führung des Fürsten Franz Rákóczi die Monarchie mehrmals in schwierige Situationen gebracht hat. Gegen die Einfälle der „Kuruzzen“ ließ Prinz Eugen 1704 die Wiener Linienwälle errichten. Rákóczi selbst, obwohl ausdrücklich in den Frieden eingeschlossen, ging ins Exil. Unterhändler der Ungarn war Graf Alexander Károlyi. Die Befriedung Ungarns ermöglichte erst den erfolgreichen Türkenkrieg von 1716/18 (vgl. Nr. 159 und 160). 158. 1714 März 6, Rastatt. Friedensvertrag zwischen Kaiser Karl VI. und König Ludwig XIV. von Frankreich. Orig., Pergamentlibell, 43 und 51 Blätter, mit den Siegeln und Unterschriften des Prinzen Eugen und des Herzogs von Villars: Urkundenreihe. — Durch diesen Frieden, der den Spanischen Erbfolgekrieg (1701—1714) beendete, erhielt Österreich die spanischen Niederlande (Belgien), Neapel, Mailand, Sardinien und Mantua. Zwischen Österreich und Spanien erfolgte kein Friedensschluß, da Karl VI. den Bourbonen Philipp V., dem Spanien zugesprochen worden war, nicht anerkennen wollte.