Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA

Hauptraum (Nr. 1–344)

50 XVIII. Leopold I. und Joseph I. 141. 1653 Oktober 15, Regensburg. Wappenbrief Kaiser Ferdinands III. für die Brüder Gatterburg zum Gerst­hof. Orig., Pergamentlibell, 12 Folien, mit Wappenbild (darauf Darstellung des Kaisers und der acht Kurfürsten) und Wachs­siegel des Kaisers in Holzkapsel: Landmarschallamt, Ur­kunden B/35. 142. 1664. Eigenhändige Aufzeichnungen Kaiser Leopolds I. über einen bei Regensburg gefundenen jüdischen Grabstein. Orig., Papier, Notizen mit Zeichnung des Grabsteins, Notizen vom Kaiser eigenhändig: Obersthofmeisteramt, Sonderreihe Kart. 46, fol. 4. — Die Notiz findet sich als Beilage bei einem Schreiben des Präfekten der Hofbibliothek, Petrus Lambeck, der sich um die Entzifferung bemühte. Kaiser Leopold war zunächst für die geistliche Laufbahn bestimmt und hat eine sorgfältige Erziehung genossen. Unter anderem hat er sich auch mit dem Hebräischen beschäftigt. Seine Korrespondenzen mit Lambeck zeigen den weiten Spielraum der Interessen Leopolds, der darin kaum von einem neuzeitlichen Regenten übertroffen worden ist. 143. 1668 Februar 2, St. Germain. König Ludwig XIV. von Frankreich ratifiziert ein Geheimbündnis mit Kaiser Leopold I. zur Teilung der spanischen Mo­narchie nach dem Aussterben der spanischen Habs­burger. Orig., Perg., ganz eigenhändig: Urkundenreihe. — Dieser Geheimvertrag, der auf Betreiben des Fürsten Johann Weik- hart von Auersperg zustandekam und Frankreich die spa­nischen Niederlande sicherte, war ein schwerer Fehler der kaiserlichen Politik. Leopold I. erkannte damit den König von Frankreich als Miterben an und erweckte damit bei den Spaniern jenes Mißtrauen, das beim tatsächlichen Erb­anfall 1700 ihre Wendung zu Frankreich hervorrief.

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