Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA
Hauptraum (Nr. 1–344)
99 Geschichtsforschung ernannt, dessen Direktor er später wurde. In dieser Funktion begründete Sickel die sogenannte „Wiener historische Schule“. 303. 1856 Dezember 2, Linz. Adalbert Stifter stellt der Baronin Emilie Binzer zwei Hefte einer Reisebeschreibung (des Erzherzogs Ferdinand Maximilian) zurück, für die er Worte warmen Lobes findet. Orig., Papier, 1 Blatt, ganz eigenhändig: Archiv Maximilian von Mexiko Karton 67. — Stifter urteilt der Vertrauten des Erzherzogs gegenüber u. a. folgendermaßen: „Es liegt nach meiner Meinung die entschiedenste schöpferische Begabung vor.“ 304. 1860 Juli 3, Girgenti (Sizilien). Alexandre Dumas pere teilt dem Leiter des 1859 begonnenen Baues des Suezkanals, Ferdinand de Lesseps, mit, daß er am Feldzug Garibaldis in Sizilien teilnehmen wolle. Orig., Papier, 2 Folien, ganz eigenhändig: Sammlung Gauchez. — Giuseppe Garibaldi (1807—1882) war am 5. Mai 1860 mit dem „Zug der Tausend“ zur Eroberung Siziliens aufgebrochen, das er nach der erfolgreichen Durchführung seines Vorhabens König Viktor Emanuel von Sardinien- Piemont übergab. Das kühne Unternehmen Garibaldis erregte in Frankreich solche Begeisterung, daß sogar der populärste französische Schriftsteller seiner Zeit, Dumas pere (1802—1870), an ihm teilnahm. 305. 1866 Dezember, Wien. Peter Mitterhofer bittet den Kaiser um Besichtigung des von ihm erfundenen Schreibapparates und um eine kleine Subvention zur Weiterführung seiner Erfindung. Orig., Papier, 6 Folien, mit eigenhändiger Unterschrift Mitterhofers: Kabinettsarchiv, Korrespondenz-Akten ZI. 36/ 1870. — Der Tiroler Tischler Peter Mitterhofer (1822—1893) baute 1866/67 drei Modelle von Schreibmaschinen, konnte aber diese Erfindung wegen seiner bedrängten finanziellen Lage nicht weiter ausbauen und verwerten. 7*