Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden
Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 1. Der Orden vom Goldenen Vlies
Missionen außerhalb des Ordenskapitels angelegt wurde. Dieser besteht aus dem von der Kollane umgebenen und der Königskrone überhöhten Wappenschild König Philipps II. von Spanien. 1951 überließ der Orden auf Grund eines Depotvertrages sein Archiv leihweise dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. Das Schwurkreuz, die Wappenkette, der Wappenrock, der Messornat des Ordens und andere Gegenstände werden heute in der Weltlichen Schatzkammer aufbewahrt. Die Geschäfte des Ordens werden von eigenen Ordensoffizieren besorgt. Es sind dies dem Range nach: 1. Der Chancelier (Kanzler), 2. der Ordenskaplan, 3. der Trésorier (Schatzmeister), 4. der Greffier (Sekretär) und 5. der Roi d'Armes oder Toison d'Or (Herold oder Wappenkönig). Das Ordenszeichen besteht aus einem goldenen Widderfell (Vlies), das in der Mitte von einem goldenen Ring umfasst, entweder an einer um den Hals und über beide Schultern hängenden Kette, der aus 28 von Flammen umgebenen ovalen blau mit weißen Tupfen emaillierten Feuersteinen und 28 miteinander verbundenen Feuereisen gebildeten Kollane, oder an einem Feuerstein, mit beiderseits hervor schlagenden, rot emaillierten Feuerflammen, befestigt wird. Der Feuerstein ist an einer einem Feuereisen ähnlichen goldenen Agraffe angebracht, deren unterer Teil auf goldenem Grund den Kampf Jasons mit dem Drachen darstellt, während in beiden aufwärts gekehrten und dunkelblau emaillierten Handhaben in goldener Schrift der alte Wahlspruch des Hauses Burgund: „Pretium laborum non vile“ (Kein geringer Preis der Arbeit) erscheint. Auf der Rückseite steht „non aliud“ (nicht anders). Das Ganze hängt an einem feuerroten, durch einen blau emaillierten goldenen Schieber (Coulant) gezogenen Band und wird um den Hals auf die Mitte der Brust herabhängend getragen. Der Wahlspruch des Ordens lautet: „Ante ferit quam flamma micet“ (Zuerst der Schlag, dann glänzt die Flamme). Der Orden wurde in seiner 576- jährigen Geschichte wenig mehr als 1 300 Mal verliehen. Die Chefs und Souveräne des Ordens vom Goldenen Vliesr7 1. Herzog Philipp der Gute (*1396, f 1467). Chef und Souverän 1430-1467. 2. Herzog Karl der Kühne (*1433, 11477). Chef und Souverän 1468-1477. 3. Erzherzog Maximilian (später Kaiser Maximilian I.) (*1459, 11519). Chef und Souverän 1478-1494. 4. König Philipp der Schöne (*1478, 11506). Chef und Souverän 1494-1506. Vgl. Fi 11 i t z : Schatz, 77 und Koller, Fortuné: Au service de la Toison d'or (Dison 1971), keine Seitenangabe. 18