Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 17. (Budapest, 1998)
István HELLER: Einige Goldschmiedearbeiten aus Pest in westeuropäischen Sammlungen
MZ: BRESTYÁNSZKY 338A (es handelt sich um ein neues, zweites MZ: in seinem ersten MZ sind die Buchstaben kursiv wiedergegeben.) BZ: BRESTYÁNSZKY 115 JKB : BRESTYÁNSZKY 198 Markentafel: 2. Franciscus Zeller kam aus Waldhof in Böhmen nach Ungarn. Er wurde 1783 in die Zunft in Pest aufgenommen. Fünf Lehrlinge wurden in seiner Werkstatt ausgebildet. Ende 1801 starb er, und seine Witwe führte die Werkstatt weiter. Später verkaufte sie diese an den Jungmeister Joseph Zahn. Mit seinem MZ sind wenige Arbeiten erhalten, die meisten von ihnen befinden sich in Museen in Budapest. (Siehe BRESTYÁNSZKY 1977, S. 385-386.) Außerdem kann aus der Literatur noch ein Kerzcnleuchter mit dem gleichen MZ wie hier beschrieben hinzugefugt werden. (Siehe GROTTE 1991, S. 78-79.) Eine große Kaffeekanne in gleicher Form wird in der Literatur als seine beste Arbeit beschrieben; dieses Objekt wird im Zweigmuseum Kiscell des HM aufbewahrt. (Siehe BRESTYÁNSZKY 1977, S. 65.) Privatbesitz. Lit: nicht publiziert. Abb. 2 3. Kasserolle JP in Schriftbuchstaben für Joseph Prandtner d.Ä., 1803-1806 Silber, gegossen, getrieben, graviert, gewalzt, punziert. H: 9,1 cm D: 14,0 cm L: mit gedrechseltem Holzstiel 27,5 cm. Getriebener, glatter Korpus, oben mit leicht nach außen gestellter Wand. Leichte Einziehung unterhalb des Lippenrandes. Am oberen Rand außen ist ein gewalztes Band mit Blattmotiven aufgelegt. Drei gegossene, aus stilisierten Blättern und einer Blüte zusammengestellte Füße sind angelötet. Angesetzter runder Steg aus Silber mit gedrechseltem Holzstiel. Am Korpus, gegenüber der Tülle, ist eine gegossene Medaille mit Allianzwappen aufgelötet. MZ: BRESTYÁNSZKY 297 BZ: BRESTYÁNSZKY 119 JKB: BRESTYÁNSZKY 201 Markentafel: 3. Joseph Prandtner d. Ä. wurde in Buda/Ofen geboren. Ab 30. März 1783 war er für 4 1/2 Jahre Lehrling in der Werkstatt von Johann Michael Schwager. Anschließend setzte er seine Ausbildung für eiiüge Jahre in Wien fort. Er wurde in Pest am 4. Dezember 1791 Meister und hatte das Glück, die Werkstatt seines Schwiegervaters übernehmen zu können. Seit 1812 war er Untervorsteher der Zunft. Er starb 1819; seine Witwe führte die Werkstatt mit Hilfe eines Gesellen bis 1827 weiter. Außer seinem Sohn Johann hatte er mehrere Lehrlinge. Als Gesellen beschäftigte er ab 1792 Dominik Trautzl und Joseph Szentpéteri. (Siehe BRESTYÁNSZKY 1977, S. 320.) Mit seinem MZ sind zahlreiche Arbeiten bekannt. Seine Werkstatt blieb auch unter der Leitung seiner Witwe sehr produktiv. Viele Arbeiten sind in Museums- und Kirchenbesitz erhalten. Außerdem befinden sich von ihm in einer Privatsammlung zwei Kaffeekannen von unterschiedlicher Größe mit einer Deckelschale für Zucker. Diese Objekte sind um 1810 gearbeitet. (Siehe KOLBA 1996, Kat.Nr. 109.) Privatbesitz. Lit: Pechstein 1992, Nr.282. Abb. 3