Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 16. (Budapest, 1997)

PRÉKOPA Ágnes: Motívumok trivializációja az alkalmazott művészetekben. A biedermeier oszlopos óra

Trivialisierung, und bei beiden spielt der stei­gende Bedarf des Bürgertums an Gegen­ständen eine wichtige Rolle, der wird gleich­zeitig mit äußerst niedrigen qualitativen Er­wartungen verbunden. Bei der Untersuchung der Kommerzialisierung läßt sich eine Glie­derung nach den neu entstehenden Gattun­gen (ein typisches Beispiel aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ist der Öldruck) vornehmen, während die Provinzialisierung am Verfall der einzelnen (Zier-)Motive infol­ge vielfacher Übertragung zu erkennen ist. Letzteres wird - im Rahmen dieser Arbeit ­mit einer aus der Vielzahl der möglichen willkürlich herausgegriffenen Gruppe von Objekten illustriert, die zu einer als marginal geltenden Gattung der in der Kunstgeschich­te selbst als Randgebiet betrachteten Ge­schichte des Kunstgewerbes gehört und so­mit weniger aus Publikationen mit wissen­schaftlichem Anspruch, als vielmehr aus den Dokumenten des Kunsthandels, also aus den Auktionskatalogen, bekannt ist. Vor der Untersuchung der gewählten Ob­jektengruppe, der Säulenuhren der Bieder­meierzeit, soll noch einmal darauf hinge­wiesen werden, daß die Geschichte des Kunstgewerbes den Forschern der grand art infolge der Eigenheiten der an den Kopien erkennbaren Reinterpretation bemerkens­werte Einzelheiten liefern kann. Die Darstel­lung auf einem kleinen Gebrauchsgegen­stand ist nämlich eine Kopie (gegebenenfalls aus einer rein späten Generation), deren ursprüngliche Bedeutung durch die Ungenau­igkeit der Übertragungen und die eventuellen Mißverständnisse oder ein mangelndes Ver­ständnis (zum Beispiel Veränderung des Att­ributs, als Ornament verdoppelte oder ver­vielfachte Figuren) möglicherweise gar nicht zu rekonstruieren ist. Trotz ihrer formalen Mängel aber kann ein solches Objekt die Rezeption des als Vorbild dienenden primä­ren Werkes vorbereiten. Besonders für das 19. Jahrhundert gilt, daß man, je bedeutender das zum kunsthistorischen Topos gewordene Werk ist, deren Rezeption untersucht wird, mit um so größerer Wahrscheinlichkeit die vorbereitende Rolle der „Kleinkunst" wird nachweisen können, und zwar unabhängig davon, ob das Kunstwerk technisch zu ver­vielfältigen ist oder nicht. Die durch die mar­ginalen Gattungen vorbereitete Rezeption gewinnt besonders in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts an Bedeutung - diese Zeit­spanne liegt jedoch außerhalb der in dieser Arbeit, nach einem besonderen Aspekt, zu besprechenden Periode. Das Gehäuse der auch als Portaluhr be­kannte Biedermeier-Säulenuhr weist mehre­re, trotz ihrer akzidentellen Anordnung eine komplizierte kompositorische Einheit bil­dende, Motive auf, die ein typisches Beispiel für die vershiedenen Etappen der Trivialisie­rung darstellen. 9 Die Säulenuhr repräsentiert ein Zeitstil, eine besondere (nicht im pejo­rativen Sinne verstandene) provinzialisierte Variante des Klassizismus, nämlich das Bie­dermeier, und weist so auch durch ihren Platz in der Stilgeschichte in Richtung Trivia­lisierung. Die Einzeluntersuchung der für diese Objektgruppe typischen dominanten Motive ermöglicht die Erfassung einiger wichtiger Merkmale des Prozesses der Tri­vialisierung. Das erste dieser Motive ist das aus der im wörtlichen Sinne größten Gattung der grand art übernommene Element, die Säule. GRUNDMOTIV: EIN ODER MEHRERE SÄULENPAARE Bei der Entwicklung, genauer der Errich­tung, der Grundstruktur der verschiedenen Gebrauchsgegenstände schöpft das Kunstge­werbe hinsichtlich der Stütz- und sonstigen Konstruktionselemente der Formenwelt der Architektur. Die Säule war historisch be­trachtet, sowohl als Strukturelement als auch in der Form der Halbsäule als Element zur Flächengliederung, in den verschiedenen kunstgewerblichen Gattungen im Grunde kontinuierlich präsent, und zwar unabhängig vom Material und der jeweiligen Technik, jedoch vom vorherrschenden Stil der Zeit determiniert. Der Ausgangspunkt für die Untersuchung

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