Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 15. (Budapest, 1995)

SZILÁGYI András: Esterházy Pál herceg kincstárának gyarapodása 1687 után

Jane Davidson-Reid. New York - Oxford 1993 (im weiteren: Davidson-Reid 1993), Bd. II, S. 856. 8. Zahlreiche Beispiele für die barocke Gestaltung des Themas sind aufgezählt bei Pigler, Andor: Ba­rockthemen. Budapest 2 1974. Bd. II, S. 31-34; vgl. noch bei Davidson-Reid 1993, II, 638-643. 9. Zitate aus: Publius Ovidius Naso: Metamor­phosen. Übersetzung von Reinhart Suchier. Verlag Phi­lipp Reclam jun. Leipzig 1971. S. 309-Es sei hier noch darauf hingewiesen, daß das Thema Aesacus - Hesperia in der ungarischen Literatur des 17. Jahrhunderts mehr­fach aufgegriffen wurde, so unter anderen bei István Gyöngyösi (1629-1704) in einigen Gelegenheits­gedichten. 10. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, zwei barocke Beispiele dieses außerordentlichen Objekttyps - des durch Schnitzerei zum Kunstgegenstand gehobe­nen Elephantenstoßzahns - anzuführen. Vom einen, der 1945 vernichtet wurde, berichtet ein Inventar des Jahres 1684 der Burg Neuenstein: „Elephanten Zahn, worauf allerhand Figuren und Thieren sehr künstlich geschnit­ten...'*. Mitgeteilt bei A. F. von Schweinitz: Die Kirchber­ger Kunstkammer im Schloß Neuenstein, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für Württembergisch-Franken. 71 (1987) 198. - Im Stuttgarter Württembergischen Lan­desmuseum wird ein etwas kleinerer Elephantenstoß­zahn (L: 96 cm) bewahrt, der vor 1866 die Wiener Kunst­sammlung des Freiherrn Anselm Rotschild bereichert hatte. Die Reliefs dieses Stücks werden von der neueren Forschung einem Mitglied der berühmten süddeutschen Holz- und Elfenbeinschnitzer-Familie Kern, Johann Ge­org Kern zugeschrieben und auf die Mitte des 17. Jahrhunderts datiert. Vgl. Leonhard Kern (1588-1662). Meisterwerke der Bildhauerei und der Kunstkammern Europas. Hrsg. Harald Siebenmorgen. Ausstellungska­talog. Schwäbisch Hall 1988. Kat. Nr. 131, S. 252-253. 1 1. Die beiden Stühle - flöhe: jeweils 112 cm, Inv. Nr. E 70.1-2 - werden im Budapester Kunstgewer­bemuseum bewahrt, der Tisch befindet sich im Besitz der fürstlichen Linie der Familie Esterházy im Schloß Eisenstadt. Die gründlichste Bearbeitung des eigenarti­gen Möbelensembles stammt von Erzsébet Vadászi: Ezüst borítású bútorok az Esterházy-gyűjteményben [Mit Silber überzogene Möbelstücke in der Sammlung Esterházy]. Az Iparművészeti Múzeum Evkönyve 13 (1971) 27-29 - mit deutschem Auszug. Wissenschaft­liche Beschreibung der Stühle mit ausführlicher Lite­ratur im Ausstellungskatalog Barokk és rokokó [Barock und Rokoko]. Hrsg. Péter, M. und Bardoly, I. Budapest, Kunstgewerbemuseum, 1990. Kat. Nr. 5.4 (Objektbe­schreibung von Erzsébet Vadászi). - Neueste Bearbei­tung des Tisches und eines der Stühle: Die Fürsten Esterházy. Magnaten, Diplomaten und Mäzene. Aus­stellungskatalog. Eisenstadt, Schloß. Hrsg. G. Schlag. (Burgenländische Forschungen, Sonderband XVI). Ei­senstadt 1995. Kat. Nr. V/18 und VI/12, S. 269-270 (Objektbeschreibung: Gottfried Holzschuh) und 276-277. 12. Der Silbertisch: Holz, Silber, teilweise feuer­vergoldet, Höhe: 80 cm. Länge: 104 cm, Breite: 81 cm. - Seling, Helmut: Die Kunst der Augsburger Gold­schmiede 1592-1868. München 1980. III. Nr. 1760, S. 144. - Die neueste Bearbeitung des Objekttyps mit Literaturübersicht bei Mogens Bencard: Silver Fur­niture. Rosenberg 1992. unter den dort besprochenen Stücken - es handelt sich um die Silberprunkmöbel der Schatzkammer der dänischen Könige - verdienen vor allem zwei Tische aus der Zeit um 1690 besondere Beachtung, deren getriebene und gravierte Ornamentik von zwei Kopenhagener Meistern stammen sowie ein Augsburger Prunktisch, dessen getriebener Silber­schmuck laut Merkzeichen und Meisterzeichen von der Hand von Heinrich Mannlich und Johann Bartermann aus den Jahren zwischen 1708 und 1710 stammt. Vgl. Bencard a. a. O. S. 64-65 und 83-84, Nr. 14-15 bzw. 42. 13. Vom vollständigen Material der Schatzkammer in Forchtenstein wurden nach 1687 - noch im 17. Jahrhundert - zwei Inventare auf Latein angelegt, und zwar mit überwiegend übereinstimmendem Wortlaut. Das frühere, aus dem Jahr 1693, ist fragmentarisch; die Beschreibung der Objekte bricht nach Seite 82 ab. Das spätere, mit der Jahreszahl 1696 verzeichnet nach dem Schrank Nr. 83 folgende, Stücke „außerhalb des Schrankes": „Extra Armaria ... Nr. 2.: Mensae Ar­genteae Duae. Nr. 3.: Duae Sedes Argenteae". (Bu­dapest, Ungarisches Staatsarchiv. P 108. Fürstlich Ester­házysehes Familienarchiv. Repos. 8. Fasc. C. Nr. 38, pag. 71). Diese Angabe beweist unmißverständlich, daß ursprünglich auch zwei Tische vorhanden waren und daß sie im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts an ihrer „ursprünglichen Stelle" standen, also etwas davor, ver­mutlich kurz nach 1687 entstanden sein müssen. 14. Höhe: 19,5 cm. Inv. Nr. E 65.1. Die Forschung widmete diesem prächtigen Goldpokal mit Senkschmelz bislang wenig Aufmerksamkeit. Eine detaillierte Be­schreibung mit der Zeichnung des Pokals und die Illust­ration der Wappen auf dem Deckel finden sich in fol­gender Publikation: A magyar történeti ötvösmű-kiál­lítás lajstroma [Verzeichnis der Ausstellung der alten ungarischen Goldschmiedearbeiten]. Hrsg. Pulszky, K.-Radisics, J. Budapest 1884. Saal IV, Schrank 1, Nr. 1. S. 1-2. Neueste knappe Bearbeitung bei Szilágyi, András: Az Esterházy-kincstár [Die Schatzkammer Esterházy]. Budapest 1994. S. 68, 94. Illustrationen des Pokals - Gesamtansicht und Deckel - auf S. 68. 15. Gualdo-Priorato, Galeazzo: História di Ferdinan­do Terzio Imperatore. II. Viennae 1672. 470-479. ­Eine ausführliche Bearbeitung der Ereignisse der Zere­monie befindet sich in Band VII des Theatrum Euro­paeum, Sieben-Jährige historisch ausgeführte Friedens­und Kriegsbeschreibung von Johann Georg Schieder. Frankfurt/Main 1685. S. 711-715. - Die Bewertung der politischen Bedeutung von derartigen Zeremonien bei Püchl, K.: Die Erbhuldigungen der niederösterreichi­schen Stände im 17., 18. und 19. Jahrhundert in Wien. Phil. Diss. Wien 1948; Petrin, Silvia: Die niederöster-

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