Vadas József (szerk.): Ars Decorativa 12. (Budapest, 1992)
SZILÁGYI András: Az Esterházy-gyűjtemény 15. századi ötvösművei és a Mátyás-tradíció
darauf hin, dass dieses Prachtwerk aus den 1470er Jahren stammt. Die Tatsache also, dass der Meister der Rasche keine Stadtmarke verwendet hat, muss tatsächlich berücksichtigt werden, doch dieser Umstand widerlegt die Meinung keinesfalls, wonach wir es mit einem Prachtstück der spätgotischen Nürnberger Goldschmiedekunst zu tun haben, im Gegensteil, er bekräftigt sie eher. Als Zusammenfassung lässt sich folgendes feststellen. Wenn wir die bis heute einstimmige Attribution der ungarischen Fachliteratur überprüfen und die jüngsten Argumente Kohlhaussens annehmen, folglich die Möglichkeil der ungarischen Herkunft ablehnen, dann haben wir eine solche Vorstellung um ihr wichtigstes Argument gebracht, welche zwar nicht älteren Datums ist, jedoch seit Mitte der 1960er Jahre untrennbar mit diesem berühmten Kunstwerk verbunden ist. Es handelt sich nämlich um jene, ausführlich nie dargelegte, jedoch durch die Benennung "Rundflasche des Matthias Corvinus" bis un unsere Tage weiterlebende Auffassung, wonach König Matthias der ursprüngliche, erste Besitzer dieses Gegenstandes gewesen sei. 21 Es soll hinzugefügt werden: es geht nicht darum, das die Nürnberger Herkunft, zu der wir uns bekennen, im voraus und quasi automatisch diese letztere Möglichkeit ausschlicssen würde. Hat doch König Matthias während seiner mehr als drei Jahrzehnte langen Regierungszeit, so auch in den 1470er Jahren, zahlreiche wertvolle diplomatische Geschenke erhalten, die in der Regel keine gewöhnlichen Kunstwerke, sondern im Gegenteil, meist imposante wertvolle Kunstschätze gewesen sind. Seine Zeitgenossen aber, mit denen der König in den 1470er Jahren diplomatische Verhandlungen geführt hat, haben oft die berühmten Meister der fränkischen Metropole mit Aufträgen verschen. Daher ist es nicht unvorstellbar, ja geradezu wahrscheinlich, dass der Auftraggeber dieser Goldschmiedearbeit einer der Verbündeten, oder vielleicht gar der Rivalen von Matthias gewesen sein konnte. Wie auch jene Annahme nicht unbegründet ist, wonach der Auftraggeber das Werk dem ungarischen Herrscher zugedacht haben wird. Eine Gelegenheit für die Übergabe solch eines imposanten Geschenks bildet sich ja in Hülle und Fülle. Das zweite Jahrzehnt der Regierungszeit von König Matthias war dank seiner aktiven Diplomatie bekantlich äusserst ereignisreich, damals fanden unter anderem, sein denkwürdiger erster Besuch in Wien (1470), seine Hochzeit mit Beatrix (1476), das Königstreffen in Breslau (1474) und in Olmütz (1479) statt, ganz zu schweigen von den häufigen Besuchen ausländischer Gesandter in Buda. Um aber einem unbegründeten Phantasieren Einhalt zu gebieten, die uns zu einer glaubwürdig scheinenden neuen Hypothese verleiten würde, möchten wir an die Worte von Johannes Sambucus erinnern, an seine bereits früher zitierten Ermahnungen. Wir haben nämlich zu akzeptieren, dass wenn unsere zur Verfügung stehenden Quellen lückenhaft oder - in diesem Falle - unbegründet sind, die fehlenden Angaben durch keinerlei Spekulationen des Historikers ersetzt werden können. Wie wir aber bereits erwähnt haben, konnte die Forschung bisher keine Angabe, keine konkrete Jahreszahl ermitteln, die zur Herstellung bzw. zur Schenkung der Rundflasche in Zusammenhang gebracht werden könnte. Aus dieser Widerlegung der Ansicht ungarischer Forscher, nämlich der Möglichkeit einer ungarischen Herkunft, ergibt sich eine eindeutige Schlussfolgerung: dieses Prachtwerk der spätgotischen Goldschmiedekunst müssen wir - dem Stand unserer heutigen Kenntnisse nach - aus dem Kreis jener Kunstwerke herausnehmen, die mit König Matt-