Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 5. (Budapest, 1977)

RUZSA, György: Drei russische Ikonen mit Silberdecke

wesentlich weniger künstlerisches Wert als in denen von früher. Die verhältnis­mässig ungebunden verfertigten volks­künstlerischen Werke sind attraktiver mit ihrem naiven Reiz. Unsere Ikone ist aber in grosser Serie entstandene Werkstätte­arbeit, deren Ausführung nicht mehr die frühere ist, „Pawoloka" und „Lewkas" entbehrend. Ölbild auf Holz gemalt. Un­sere Aufmerksamkeit richten wir eher auf die Decke der Ikone, auf dieses Gold­schmiedewerk vom hohen Niveau. Auf der schön aufgetreibten und mit grosser Sach­kenntnis gravierten Ikonendecke sind die eingestempelten Marken auflösbar. Wie bekannt, die Markierung des rus­sischen Silbers entscheidet sich gewisser­massen von deren in Europa. Während des 19. Jahrhunderts gebrauchte man die Silbermarken (KACHMS)) in den russischen Städten nach folgendem System: zuerst finden wir den Wappen der Stadt (KACHMO c repöoM ropofla) eingeschlagen mit oder ohne Jahreszahl; danach folgen die An­fangsbuchstaben der Vor- und Familien­namen des Eichmeisters (npoÖHpHbiö MacTep) mit oder ohne Jahreszahl, doch immer in der Form eines rechtwinckligen Vierecks; an der dritten Stelle sehen wir eine zwei­stellige Zahl, welche den Feingehaltsgrad des Silbers markiert, ebenfalls in der Form eines rechtwinkligen Vierecks. Am häu­figsten treffen wir die Zahl 84, doch kön­nen wir auch Silber feinerer Qualität fin­den, z.B. 87, 88, 89, 90, 91, 94. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts kommen auch das Zeichen des Stadtwap­pens und des Feingehaltsgrads (npoöa) vor, öfters in einem Schild (LUHTOK) dargestellt, sonst finden wir auch im selben Schild die Qualitätsmarke zusammen mit den An­fangsbuchstaben des Meisters. An der vier­ten Stelle sind die Initialen des Gold­schmiedemeisters selbst, die Meistermarke 6. MERKZEICHEN DER IKONE „STAMMBAUM CHRISTI" mit zwei oder drei Buchstaben in Schil­dern verschiedener Form. Hier sehen wir nie Jahreszahlen. Es kommt vor, dass der Goldschmied auch seinen vollständigen Fa­miliennamen anführt. Die obige Reihen­folge kann auch vertauscht werden. All dies vorausgeschickt können wir uns leicht in den Merkzeichen unserer Iko­ne zurechtfinden. Die erste Marke — Rei­terdarstellung St. Georgs den Drachen mit Lanze tötend — ist das Zeichen der Stadt Moskau. Danach sehen wir ein H. J\. Mo­147

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