Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 4. (Budapest, 1976)

LÁSZLÓ, Emőke: Gebilddamaste aus Sachsen und Schlesien

ASIA : Sultanenfigur mit Turban, als Bekrö­nung der Ornamentik Halbmond. AFRICA : Weibliche Figur mit Sonnenschirm und Globus. Oben in Kartusche zwischen Köcher und Pfeilen die strahlende Sonne. AMERICA: Auf Krokodil sitzende india­nische Figur mit Kopfschmuck aus Federn. In den anschliessenden Seitenfeldern im Rahmen mit zierlicher Linienführung die symbolische Darstellung der vier Elemente, darunter ähnlich zu denen bei den Erdteilen in Kartusche je eine Aufschrift : IGNIS : Im Rahmen eines baufälligen Stein­tores sitzt Hephaistos, umgeben von Kano­nen und Harnisch, in den Händen Hammer und Zange. AQUA : Teil eines Rokoko-Prunkgartens, im Vordergrund Neptun mit Dreizack lässt Wasser entspringen. AER: Weibliche Figur mit Rokoko-Kostüm mit Pfau und Federfächer, mit symbolischer Darstellung der Nord- und Südwinde, dar­über Vögel, die die Luft bevölkern. TERRA: In der Mitte eines mit Bäumchen umringten Gartens Demeter und Persephone. In Massen unterschiedlich, doch in der Mu­sterung völlig gleiches Exemplar bewahrt die Krefelder Gewebesammlung und die Bern­heimer Sammlung von München 10 . Auf Grund der fast vollständigen Identität unserer Decke mit der Krefelder, können wir die Verfertigungszeit beider um 1750 feststellen. Unser Museum bewahrt noch zwei, einfache­re, für den Alltagsmenschen leicht verständ­bare Decken. Die eine 11 — die Musik — kann gleichfalls Mitte 18. Jahrhunderts da­tiert werden (Abb. 4). Im Mittelfeld um das achteckige Medaillon vier Vasen mit Blumen, dazwischen musizierende volkstümliche Fi­guren: ein geigen- und ein flötenspielender Mann und eine Jagdhorn haltende weibliche Figur. In den vier Ecken der Bordüre je zwei Hofmusikanten, der eine spielt auf einer tischgelegten Harfe, der andere auf Gitarre. In der Mitte der Seiten stichartige Darstel­lung je eines Schlosses. Auf spätere, um die 1770er Jahre mag der Zeitpunkt der Verfertigung unserer einzigen grünweiss-gewebten Seidendainast-Decke sein. 12 Die Musterung ist spärlicher, luftiger, mit oberflächlich verarbeiteten Figuren. Un­ter Palme steht die Göttin Demeter (Abb. 5), in der Hand mit Garbe und Sichel, rechts und links je ein Weinstock. In den vier Ecken der Bordüre Taubenpaar sich küssend, darüber in Rosenkranz Venus und Amor. In der Mitte der Seiten oben und unten in einem Garten eine webende Mädchengestalt unter einem Baum sitzend, rechts und links im Garten arbeitende Figuren. Die zwei letzten Decken auch schon infolge der Stimmung ihrer dargestellten Szenen sind die Vorläufer der im 19. Jahrhundert modisch gewordenen „Coffee-Tücher ". Als historische und kulturgeschichtliche Merkwürdigkeiten können die sog. „Friedens­decken" des 18. Jahrhunderts betracht werden. Hiermit führen wir solche zwei Decken vor, die als Erinnerung zum Te­schener Frieden errichtet wurden . Dieser Frie­densvertrag war am 13 Mai 1779 der Ab­schluss des bayerischen Erbkrieges. In der Mitte der einen Decke befinden sich vor einem Obelisk schwebend im Lorbeerkranz die Brustbilder der Herrscher (Abb. 0), über diese sind ihre Namen zu lesen : Joseph der Kaiser — Fridericus der König — Fridericus Augustus der Chur Fürst. Am Fusse des Obe­lisken eine Aktenrolle mit Aufschrift : PAX TESCHEX und ein Buch mit dem Text: LEGES GERMAXIAE. Das Gesetzbuch Deutschlands weist daraufhin, dass der Erb­4. DIE MUSIK, .HALBSEIDENDAMAST, MITTE 18. JH. 7 Ii

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