Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 4. (Budapest, 1976)
LÁSZLÓ, Emőke: Gebilddamaste aus Sachsen und Schlesien
sehlesisehen Damaste waren Österreich, Preussen, Polen und Überitalien. Dieses blühende Gewerbe wurde nach der Beendigung des 1. Schlesischen Krieges im Jahre 1742 nur noch in Greiffenberg und Friedeberg erhalten. Auf diesem völlig verarmten Gebieten hat man sich sozusagen ausschliesslich auf Hausgewerbe eingerichtet. Friedrich der Grosse liess Musterzeichner und Handwerker auf dieses Gebiet bringen, er veranlasste die Übersiedlung sächsischer Damastweber nach Schlesien, denen er weite Begünstigungen zusicherte. Weitere Einwanderungen aus Sachsen fanden im Jahre 1744 in die Gebiete um Hirschberg, Sehmiedeberg und Greiffenberg statt. Trotz aller Unterstützung und einer der Qualitätshebung dienenden Beschaupflicht entwickelte sich hier niemals eine zu einer im Vergleich mit Flandern gleich ausgezeichnete Damastweberei. Charakteristisches Merkmal der Damastweberei ist eine Musterung, die durch wechselweise Anwendung aufeinander abgestimmter Kett- und Schussbindungen entsteht und deren Konturen mehrfädig abgestuft sind. Diese Damastgewebe wurden auf einem Webstuhl besonderer Einrichtung hergestellt. Zur Vergrösserung der Gewebebreite benützte man oft keilförmige Einfädelung womit die Spiegelbild-artige Wiederholung der Musterung erreicht wurde. 3 Trotz der allgemeinen technischen Übereinstimmungen der Damaste aus Flandern und Deutsehland, zeigen sie scharfe Unterschiede auf. Solang man in Westen Weiss-Weiss und fast immer reinen Leinendamast anwendete, waren dagegen in Sachsen und Schlesien die bunten Leinendaniaste : BlauWeiss, Erdbeerenrot-Weiss, selten GrünWeiss und Gelb-Grün beliebt. Auf diesen Gebieten tauchen im 18. Jahrhundert Halbseidendamaste auf, wohin als Schuss farbige Seidenfäden eingewebt wurden. Auf die Webware der Niederlande und auf die Dekken sind charakteristisch — auch noch im 18. Jahrhundert — die Wiederholung der Rapporte in einer Richtung so im Mittelfeld wie in der Bordüre. Diese Konstruktionsart wird in den nördlichen Manufakturen — besonders bei den Schweden — das betonte Mittelfeldmuster und die das umlaufende Bordüre. Dieses Musterschema w-ar seit der Mitte des 18. Jahrhunderts auch auf deutschen Gebieten sehr beliebt. Bei der Bestimmung des Herstellungsortes ist die Qualität des Leinenfadens entscheidend. Auf deutschen Boden wurden nie so feine — sozusagen schon seidenartige — Leinenfäden verfertigt, wie die in Flandern. Bei den Deutschen auch noch Ende des 18. -Jahrhunderts bestand das Problem der Verbesserung der Qualität, Sie gründeten Spinnschulen und schickten ihre besten Leinen nach Harlem um zu weissen. Die Damaste aus Sachsen und die aus Schlesien konnte man kaum von einander unterscheiden. Die Nähe der Städte, das Wandern der Weber, doch später in der Mitte des 18. Jahrhunderts wegen Identität der Weberfamilien wurde diese Unterscheidung auch unnötig, nämlich in Folge dieser Faktoren gestaltete sich auf diesen Gebieten eine ziemlich einheitliche Gewebekunst aus. Die überliebenen Gebilddamaste gestalten kulturgeschichtliche Dokumente einer Epoche. Zwar schmücken ein Teil deren die Szenen des Alten und des Neuen Testaments, doch wurden sie nicht unter allen Uniständen zur kirchlichen Gebrauch verfertigt, wir 1. AUEERSTEHUNGSTUOH, LEINENDAMAST, 1765