Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 4. (Budapest, 1976)

SZILÁGYI, András: Ein Silberbecher mit Gravierungen nach Georg Pencz und H. S. Beham

7. „SIEG DER CHRISTLICHEN RELIGION", KUPFERSTICH VON HANS SEB ALU BEHAM Eine zeitgenössische, analoge Darstellung des Stiches von H. S. Beham kommt auf einem mit H B bezeichnetem Stich der Wie­ner Albertina vor 19 . Trotz seines Monogra­gramms wird dieser Stich, auf dessen linker Seite, oben die Aufschrift „Infortunium" zu lesen ist, von der Fachliteratur nicht zu den Werken Hans Burgkmairs gezählt. Die neu­ere Forschung schreibt einen Teil der mit H B bezeichneten Stichen dem im Augsbur­ger Werkstatt Burgkmairs tätigen Petrarca­Meister zu. 20 Es ist daher anzunehmen, dass der mit H B bezeichnete Infortunium-Stich — anscheinend eine frühere, dem Stich Be­hams vorangegangene Variation des The­mas — in das Oeuvre des Petrarca-Meisters gehört. 21 Von den Figuren des Neides und des Un­glücks umgeben, erscheint die dritte, gra­vierte Gestalt des Silberbechers, die Allegorie des Sieges des Christentums (Abb. 8). Diese beflügelte Frauenfigur hält in der rechten Hand ein Zepterkreuz, ihr FTaupt ist von einem Lorbeerkranz umgeben. Unter ihren Füssen sind die den besiegten Teufel symbo­lisierende Schlange, hinter ihr im Hinter­grund das Symbol des lichtumstrahlten Him­melsgewölbes, das in Form eines Rundbogens dargestellte Empyreum, zu sehen. Rechts oben erscheinen zwei weitere Attribute. In der rechten Hand der Frauengestalt ist ein von einem Flammenkranz umgebenes Herz zu sehen, darüber erscheint die Sonne gleich­falls in Flammenkranz, mit einem im Halb­profil dargestellten menschlichen Gesicht. Den Hintergrund der Darstellung liefert ein einfaches, aus Kvadersteinen geformtes Architekturdetail . In diesen ungewöhnlich zahlreichen Attribu­ten erkennt man charakteristische Motive von mehreren, miteinander inhaltsgemäss im Zusammenhang stehenden Figuren. Die Auf­zählung dieser Gestalten leistet eine wichtige Hilfe zur Interpretation des Beham-Stiches, der den Silberbecher verziert. 8. „STEG DER CHRISTLICHEN KELIGION" GRAVIERUNG AUF DEM BECHER 40

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