Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)

Fonyód. Aus diesom Material erscheint das Gräberfeld der in Kérpuszta (Komitat Somogy) freigelegten Siedlung von Leibeigenen aus dem 11.Jahrhundert als zum Vergleich besonders geeignet. Der CRE-Index der Gebisse der hier vorgefundenen 189 Erwachsenen beträgt 16,72, die Lage war dernach hier viel ungünstiger als in der Serie von Fonyód. Die Gebisse der im Gräberfeld von Fonyód gefundenen zahlreichen Kin­derschädel haben wir ebenfalls untersucht (Tab. 25). Aus den grazielen Kiefer­knochen verlieren sich die Zähne während der Grabungen und des Einsammelns rascher als aus denen der Erwachsenen. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Milchfrontzähne. Damit l'.sst sl"h erklären, dass die untersuchten Zähne der Kinder vorwiegend aus Milchbacken­;ähnen LesteLon. Aus der Altersgruppe Infans I untersuchten wir 156, aus der Altersgruppe Inf ans II 70 Milchzähne. In der Gruppe Inf ans I war 1,28 %, in der Gruppe Inf ans II 4,29 % der Milchzähne kariös. Die kariösen fanden wir in der Maxilla der Proximalseite der Mola­ren IV und V. Die 95 bleibenden Zähne der Kinder waren kariesfrei. Laut der an heimischen Kinderschädeln vorgenommenen Untersuchungen (SCHIiANZ-HUSZAR ) begann die Karies an den Zähnen der Altersgruppe Infans I erst zur Zeit des 10-15.Jahrhunderts , während sie in der GruppD T nfans II vereinzelt bereits im Aeneolithikum beobachtbar war. Im 14-18.Jahrhundert beläuft sich aie Karies im Milchgebiss auf 1,6 % und beim Wechselgebiss auf 2,7 %. Das Ge­biss der im Gräberfeld von Fonyód gefundenen Kinderschädel war gegen Karies im Vergleich zu dem der Erwachsenen verhältnismässig widerstandsfähiger. Tar Ernährungsverhältnisse wegen war in alter Zeit das Gebiss des Menschen stärker abgenutzt als das des heute lebenden. Die Abnutzung der Zähne wächst im allgemeinen mit dem Lebensalter, doch lässt sich daraus keine allgemein gültige Schluss­folgervng ziehen. Immer gab es,früher wie auch heute jüngere Leute mit abgenutztem und äl­tere, mit kaom abgenutztem Gebisn. Bei Festhaltung des Abrasionsgrades wandten wir die MAR­TINsche Einteilung in für f Pnasen an. Den Abrasionsgrad bezeichneten wir stets nach dem Zustand des am ausgeprägtest aogenntzten Zannes. Zur vergleichenden Bewertung des Abra­sionsgrades wandten wir den SOhRANZ-HUSZÁRschen Abrasirnsindex an. Tab. 26 veranschaulicht den Zustand der Zähne dor Schädel von Fonyód nach Lebensalter vrd Abrasionsgrad und gibt ihren Aorasionr index an, obgleich sich in der senilen Altersgruppe geringe Verminderung zeigt. Sta k und sprunghaft ist die Erhöhung zwischen den adulten und maturen Altersgrup­pen. Am häufigster kommt die Abnutzung vom Grad I und II -vor; die Abnutzung des ganzen Ma­terials ist beinahe zweiten Grades. Die Forscher setzen zwischen Zahnabnutzung und Karies einen Antagonismus, von gewissem Grade voraus. Bei hohem Abrasions in lex ist die Karies be­zeichnen xe Zahl niedrig. Ar îh zur Klärur..j; dieses Satzes trägt die paläostomatologische Un­tersi ohung der Funde von Fonyód bei, mit der verhältnismässig günstigen Karieslage geht ein massig hoher durchschnittlicher Abrasionsgrad einher. Im rntersuchten Material beobachteten vir ohne Röntgenuntersuchung auch den Alveolus zerstörenden, mit Zystenbildung einhergehenden Proziss über der Wurzelspitze von sechs Zähnen, in 4 Fä?len war die Zyste der Abrasion zuzuschreiben, in 2 Fällen ist ihr Ursprung in der Karies zu suchen. Im Material befanden sich folgende Anomalien des »Gebisses: in 4 Fällen persistierende Milchzähne, 1 impak+ierter oberer und 1 unterer ektopischer Eckzahn, 5 überzählige obero kleine Schneidezähne, in je einem Falj. aufeinandergerückte \mtere Frontzähne mit einer ge­ringfügigen Schme'-zhypo^loisie. (Taf. XIX-XX)

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