Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)
des 12.Jahrhunderts an (Skelettfunde der Gräber 32, 37, 45, 48, 50, 95, 107, 124, 129 130 3 37, ferner die aus gestörten Gräbern stammenden Schädelfunde unter den Inv.-Nr. 12404 und 12410). Aller Wahrscheinlichkeit nach gehört auch ein Teil der Kinder in die frühere Gruppe, inre Absonderung ist schon der Unauswertbarkeit wegen nicht begründet und in zufriedenstellender Teisi auch nicht möglich. Vom Gesichtspunkt der taxonomischen Bewertung zog^n wir ihrer patnologischen Schädelform wegen (Bathrokephalie, hydrokephalie, Skaphokephalie) vier Individuen aus den Skelettfunden, die chronologisch in eine spätere Gruppe gehören (Skelette der Gräber 31, 75, 134, sowie der aus einem gestörten Grab stammende Schädelfund unter der Inv.-Nr. 12403), nicht in Betracht. Letzten Endes konnten wir aus dem 15-16.Jahrhundert, aus der Population der zu diesem Fundort gehörenden Siedlung in vollem liasse 39 Individuen diagnostisch in Betracht ziehen (# 24, o 15). Als repräsentative Stichprobe ist unsere Serie, denken wir, auch so noch bedeutend, weil unsere auf 59 Individuen gemachten Feststellungen in hohem Masse von den Angaben aller derjenigen Skelettfunde unterstützt sind, die sich zur anthropologischen Analyse nur zum Teil geeignet haben. Insofern es sich auf Grund der zur früheren Gruppe (12.Jh. ) gehörenden Skelettfunde von geringer Anzahl beurteilen lässt, dürfte die árpádenze itliehe Population, die zum Gräberfeld gehörte, innerhalb der europiden Grossraspe von nordoider und m e d iterranoider und in geringerem Teile innerhalb der brachykrraen Gruppe von d inarisener Variante gewesen sein. Diese Feststellung verifiziert der größtenteils dollchomorphe Charakter der zur früheren Gruppe gehörenden Schädelfunde.Diese unsere Feststellung wird auch durch die Untersuchung der Population aus den frühárpádenzeitlichen Gräberfeldern unterstützt,die in Transdanubien,in dem südlich vom Balaton gelegenen Gebiete fieigelegt worden sind. Die im 15-16.Jahrhundert gelebte Population der Festung Fonyód bestimmen in entschiedener Weise die brachykranen "arianten der europiden Grossrasse. Ziehen wir den Kreis enger, so stellt die charakteristische Komponente der Population die europid- brachykrane (pamiro-ferghant.ische) Variante dar. Die übermittelgroase Gestalt,der kurz-breit-mittelhohe Schädelbau, der mittelhoch-oreite Gesichtsschädel, sowie der mittelmässig hervorragende, zum grössten Teil gerade, knöcherne Nasenrücken unterstützen gemeinsam mit anderen beschreibenden Merkmalen diese Feststellung. Der Merkmalkomplex dieser Variante steht in beiden GesclJ-echtern über 5u Dem Sexualdimorphismus entsprechend sind die den Merkmal, omplex der Männer bestimmenden Merkmale in ihren Dimensionen und in der Ausgeprägtheit der Züge kraftvoller. Insofern diese Tatsache vaserer Aufmerksamkeit entgangen wäre,so wäre im Falle der Abgrenzung der Frauen eine mit den Männern nicht übereinstimmende Pseudovariante (oder -Varianten) gefolgt. Dies ist vor allem in den früLadulten und benilen Altersgruppen augenfällig. Die im höchsten Graô* gleiche Erscheinung der europid-brachykranen Variante läs3t sich bei beiden Geschlechtern im spätadulten und frühmaturen Alter feststellen. Am Ende des juvenilen Alters und im frühadilt m Alter zeigt die Erscheinung in Richtung der armenoiden, im spätmaturen Alter in die der dinarisch-alpinen Varianten Ähnlichkeit. Gegenüber der Diagnose des Individuums schaltet die in der Transformation des Gesohlechtes und des Alters erfolgte Betrachtung der ganzen Serie dio vorher umrissene Auslegung der sich zeigenden Abweichungen aus. In ucr taxonomischen Beurteilung der aus aem 15-16. Jahrhundert stammenden Population sina noch die Anwesenheit der zur europiden Grossrass-* gehörenden dinarischen Variante, jowio in geringerem Masse auch die zur europo-mongoliden Gruppe gehörenden uralischen und südsibirischen Varianten zu erwähnen. Die Merkmale der zuletzt ermähnten Varianten treten gemeinsam mit den Merkmalen der 3uropid-brachykranen (pamiro-ferghanaischen) Variante in Erscheinung. Aus den Vorhergesagten folgt, dans die Population d*s Gräberfeldes aus dem 15-16.Jahrhundert aässig heterogen ist, die GrundvariantJ stellt dit europid-brachykrane Variante dar.oeren Erscheinung als Gesamtbild nur bis zu einem gewisser Grad von den letzterwähnten Varianten bedingt ist (Tafel II-IX). E3m taxonomischen Bild nach steht der Population diese«* Gräberfeldes am nächsten die des Fundortes Mohács-Csele /58/, wo die hi^r erörterte europid-brachykran e Variante noch entschiedener erscheint.Die europid-brachykrf-ne Variante ist - wie dies die Untersucnung der Population unserer landnahmezeitlichen Gräberfelder bewiesen hat /19, 35/ - gerade der charakteristische Bestimmungsraktor fü- die Schielb des gemeinen Volkes. Diese charakteristische Variante des landnehmenden Ungartums kann in der Population unserer frühárpádenzeitlichen Gräberfelder mr mehr dort nachgewiesen werden, wo das Ungartum