Dr. J. Nemeskéri szerk.: Crania Hungarica 2/2. (Budapest, 1957)

4. Robustizitätsindex. Dieser beträgt im männlichen Ge­schlecht 12,99» im weiblichen 12,25. Die Mittelwerte scheinen gemein menschlich zu sein, mit ausgesprochener sexueller Differenzierung. Es ist die ein Mass, das man wohl eher zur Bestimmung der Konstitution wie der Rasse verwenden soll. Die Verteilung der Werte ist: M W 10,0-12,9 - 10 13,0-14,9 9 2 15, 0-x 7 Der Längendickenindex übertrifft mit 23,92 und 22,60 das bisher bekannte europäische Mittel von 20. Jedenfalls kann man nach diesen Befunden nicht sagen, dass die Awaren einen grazilen Knochenbau besessen hätten. Dieser muss im Gegen­teil als massig gesehen werden. 5. Torsion. Die Torsion konnte nur an wenigen Individuen festge­stellt werden, ist bei einigen negativ, bei anderen aber recht hoch und dürfte jedenfalls höher sein als die Torsion bei den Alamannen A3°A Die Werte schwan­ken von -9,5° bis +23° innerhalb einer menschlichen Variationsbreite von -25° bis +42°. 6. Collodiaphysenwinkel. Dieser beträgt im männlichen Geschlecht im Mittel 133°, im weiblichen 127°, hat also das Ausmass rezenter Schweizer A33°/ und ist viel höher als bei den Alamannen /126°/ und Bajuvaren /126°/, Es bestehen allerdings zwischen den Messungsergebnissen der einzelnen Forscher so weitgehende Unterschiede, dass eine Nachprüfung des gesamten Mate­riales wohl nioht zu umgehen sein wird. Die Einzelwerte verteilen sich folgen­dermassen: M W x-119,9 1 1 120,0-129,9 2 7 130,0-139,9 12 4 140, 0-x 2 7. Der Condylodiaphysenwinkel. Er beträgt bei den Männern 11° und bei den Frauen 10°. Zum Vergleich seien herangezogen rezente Schweizer Al°/, Bajuvaren A0% Alamannen /9°/. Wie beim Collodiaphysenwinkel sehen wir auch hier ein vollkommene Übereinstimmung mit Serien aus der Gegenwart zum Unterschied von jenem der Völkerwanderungszeit. Tibia. 1. Der längen-Dicken-Index der Tibia beträgt im männ­lichen Geschlecht 19,63, im weiblichen 18,87 und ist damit etwas niedriger wie der europäische Durchschnitt, gleicht aber Jenem der Bajuvaren mit 19,9 und Ala­mannen ait 20,5* 2. Bpiphysenbreiten. R. Martin A.c. 1157/ hat darauf hin­gewiesen, dass in Bezug auf die Bpiphysenbreiten wahrscheinlich bedeutende Ras­senuntersohiede bestehen dürften. In der Tat haben die Awaren im Vergleich zur Tibialänge etwas breitere Epiphysen als rezente europäische Populationen.

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