Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
97 Angriffe auf Sienr zu Bouonconvento am 13. August 1313 von einem Mönche im Abendmahle vergiftet. Sterbend sprach er zu dem Mörder: Im Kelche des Lebens Haft du mir den Tod gereicht, aber fliehe, daß dich die Meinigen nicht ergreifen. Zu Pisa empfing Katharina statt des kaiserlichen Bräutigams seine Leiche, Johann ging sogleich nach Böhmen zurük. Heinrichs Wahlspruch war: Calix vitae, Calix mortis. 30. Ludwig V. von Baiern, geboren 1282, und Friedrich 111. von Oesterreich, mit dem Beinamen der Schöne, König Albrechts zweiter Sohn, geboren 1286 Nach des edlen Heinrichs Tod spaltete sich das Reich wieder in eine welfische und in eine ghibeliinische Partei; beide Parteien suchten jede ihren Günstling auf den Thron zu bringen; die welfische hatte ihr Auge auf Ludwig von Baiern, die ghlbellinische, unterstüzt vom Pabste, aufFriedrichden Schönen, Herzog von Oesterreich. Ludwig der Baier war freisinnig, bieder und tapfer, und hatte wohl im Sinne gerichtet, ein echter, deutscher Kaiser zu werden; dagegen war Friedrich weniger thatkrästig und lebte nur für seine schöne Gema- linJsabella von Savoyen. Ein sonderbar Geschik hattebeide Prinzen mit einander in Freundschaft verbunden, sie hatten als Knaben mit einander gelebt und sich lieb gewonnen, jezt trennte sie die Politik. Zuerst kamen sie in Zwiespalt wegen der Vormundschaft über die Kinder Ottos, des vertriebenen Ungarkönigs, welche er bei seinem Tode in Niederbaiern zurückließ; die Städte wollten Ludwig, der Adel Friedrich zum Vormunde. Beide kamen als Jugendfreunde zu Landau zusammen, im Streite über das vermeinte Recht zogen sie das Schwert gegen einander, und wurden nur getrennt, um sich 1313 bei Gamels- dorf in offener Feliffchlacht wieder gegenüber zu stehen. Ludwig siegte, versöhnte sich aber wieder mit Friedrich, so daß sie in Salzburg mit einander in einem Bette schliefen. Nun kam es zur Wahl. Ludwig dachte gar nicht an sich und versprach Friedrich seinen Beistand; aber 7