Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

93 Des Kaisers Albrecht Wahlspruch war: Quod optimum, idem jucumiissimum. 29. Heinrich VII. Graf von Luxemburg, gebo­ren zu Valenciennes 1262. Philipp der Schöne von Frankreich wagte bei dem Tode Albrechts, die deutsche Kaiserkrone für seinen Bruder Karl anzusprechen, er wurde jedoch von den deutschen Fürsten zurükgewiesen, weil diese durchaus keinen mächtige» Kaiser haben wollten; einen Habsburger wollten die Fürsten eben so wenig, da ihnen auch Kaiser Albrecht zu viel Uebergewicht errungen zu haben schien. Es trat wieder der Fall ein, wie bei der Wahl Rudolfs. Man suchte wieder einen armen Grafen, und um die Kirche zu befriedigen, beschlossen die weltlichen Fürsten, den als Kaiser anzuerkennen, der die meisten Stimmen von den geistlichen Kurfürsten erhalten würde. Die Grafen von Luxemburg kamen schon früher einigemal in der deutschen Geschichte vor, ohne gerade sich auszuzeichnen. Heinrich Graf von Luxemburg hatte den Ruhm des ersten Turnierhelden seiner Zeit errungen, und stand im Bündnisse mit der Stadt Trier, die ihn zum Bürger angenommen hatte, wo sein Bruder Balduin sogar Erzbischof war; ein anderer Trierer, des Grafen ehemaliger Arzt Peter Aichspalter, war Erzbischof von Mainz geworden. Diese beiden Kirchenfürsten gaben dem Grafen Heinrich ihre Stimme, und so war die Bedin­gung erfüllt, welche die weltlichen Fürsten gestellt hatten, indem nur der Kurfürst von Köln es mit Frankreich hielt, und so wurde Heinrich VII. 1308 auf dem Königs­stuhle zu Rhense auf dem linken Rheinufer bei Braubach zum deutschen König ausgerufen und ihm die silberne Königskrone aufs Haupt gefegt, da die beiden andern Kronen, die eiserne der Lombarden und die goldene Kai­serkrone, noch immer in Italien waren Heinrich war einer der edelsten Männer, die den deutschen Thron geziert haben; Karl der Große, Barbarossa und Friedrich II. waren seine Vorbilder, und er gab sich seinem Berufe

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