Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

72 Arnold erschlagen, der Kaiser kehrte 1164 deßhalb nach Deutschland zurük, wo überall Fehde wüthete; der Kaiser hatte nun eben die Ruhe wieder hergestellt, und die Mainzer gezüchtigt, da starb der von ihm dem Pabfte Alerander III. entgegengesetzte Pabst Viktor IV. Statt dessen wählten die Römer Paschalis III.; der Kaiser aner­kannte diesen Pabft, der zu ihm nach Deutschland kam, und 1165 zu Aachen Karl den Großen heilig sprach. Inzwischen hatten Alerander's III. Anhänger die Deutschen aus Rom verjagt, und er zog im Triumphe in die heilige Stadt, von wo er den Bann gegen den Kaiser aussprach. Hierauf unternahm Friedrich Barbarossa 1167 seine dritte Römerfahrt, und führte an der Spitze eines ansehnlichen Heeres seinen Pabst Paschalis in Rom ein. Allein ehe der Kampf gegen die Städte begann, raffte die Pest den größten Theil des Heeres mit den bedeutendsten Führern hin; der Kaiser zog schnell mit dem Reste über die Alpen zurük, wurde aber von den Italienern so scharf verfolgt, daß ihn nur der Ritter Herrmann von Siebeneichen dadurch rettete, daß er sich in der Stadt Susa in des Kaisers Bette fangen ließ, während der Kaiser Zeit gewann, im Dunkel der Nacht zu entkommen. Endlich im Jahre 1174 überstieg Friedrich zum vierten Mal die Alpen, Susa wurde niedergebrannt, allein Aleffandria widerstand, und der lombardische Bund rüstete ein großes Heer gegen den Kaiser. Da erklärte Herzog Heinrich der Löwe von Sachsen, zu Chiavenna 1175, daß er ihn mit allen seinen Vasallen verlasse. Der kranke Kaiser umfaßte des Welfen Knie, und bat, ihn im Augenblike der Noth nicht zu verlassen, dieser blieb aber fest bei seinem Entschlüsse; endlich hob die Gemalin des Kaisers, die schöne Beatrir, ihren Herrn vom Boden auf und sagte: ,/Gott wird dir helfen, wenn du einst dieses Tages und seines Hochmuths gedenkst." Doch Heinrich zog mit all den Seinen davon. Nun griffen die Lombarden den Kaiser am 29. Mai 1176 bei Legnano an. Die Schwaben, seine einzigen Truppen, thaten Wun­

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