Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

69 allgemeinen Kreuzzug gegen die Ungläubigen, Kaiser Konrad brach mit einem großen Heere gegen Asien auf, aber die Treulosigkeit der Griechen brachte ihm jede Ge­fahr, griechische Wegweiser führten das Heer irre; in den Wüsten Kleinasiens, von brennender Sonnenhize, Hunger und Durst aufgerieben, ging ein großer Theil des Heeres zu Grunde, endlich nach dreitägiger Hungers- noth 1147 von den Türken beiJkonium angegriffen und geschlagen, mußte Konrad, selbst von zwei Pfeilen ver­wundet, den Rückzug antreten. Nach mehreren Versuchen, der Sache eine bessere Wendung zu geben, riefen den Kaiser die Unruhen der Welfen nach Deutschland zurük, und hier starb er mitten unter seinen Zurüstungen 1152 zu Bamberg an Gift, das ihm auf Veranlassung Rogers beigebracht worden sein soll, nach einer nur I4jährigen Regierung, unter welcher zuerst der Doppeladler als Wappen des Reichs angenommen worden war. Wahl­spruch: Pauca cum aliis, tecum múlta. 22. Friedrich Ba rbarossa, ein Jüngling, der sich schon in den deutschen Fehden wie im Kreuzzuge mit Kriegsruhm bedekt, Neffe Konrad 111., geboren 1121 zu Waiblingen, fand nirgends Widerstand, als er die deutsche Krone ansprach. Deutschland ahnte ihn als den größten Kaiser, den es je haben sollte, denn Niemand kam ihm gleich an Fülle der körperlichen Kraft und des Geistes. Und so wurde Friedrich zum erstenmal im Beisein städti­scher Abgeordneter 1152 in Frankfurt am Main zum deutschen König gewählt und zu Aachen mit aller Pracht gekrönt. Kaiser Friedrich war von echt germanischer Schön­heit, die mit magischer Gewalt die Herzen gewann; so wie sein Körper, war seine Seele, männlich durch und durch, ganz erfüllt von seinem hohen Berufe, unbeugsam in der Kraft des Willens, von angeborner Großherzigkeit, erhaben über jeden Gedanken der Niedrigkeit, zugleich aber auch voll Politik und staatskluger Gewandtheit, wie dieß sein

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