Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
51 8. Arnulph, ein natürlicher Sohn Karlmans und der Luitswinde, geboren auf der kärntnerischen Moosburg. am Wendsee 863, eines Bruders Karls des Diken, wurde statt diesem von den Deutschen zum Kaiser gewählt; ein kräftiger junger Mann, entschied er im Jahre 894 in einer mörderischen Schlacht gegen die Normannen bei Löwen durch das Beispiel seiner eigenen Tapferkeit den schon zweifelhaften Sieg, wobei beide normannische Heerführer erschlagen wurden. Unter ihm hatte in demselben Jahre die erste Römerfahrt statt, die blos das Zermoniel der Kaiserkrönung zum Zwek hatte, er zog über die Alpen, mußte aber, von den Spolettanern aufgehalten, unverrichteter Sache wieder nach Deutschland zurükkehren. Im Jahre 896 überstieg er mit einem wohlgerüsteten Heere zum zweitenmal die Alpen; Rom, auf das er geradezu losging, widerstand ihn anfangs; endlich siegte deutscher Muth, die Stadt wurde erstürmt und Arnulph wurde vom Pabste FormosuS, den er aus der Gefangenschaft erlöst hatte, zum Kaiser gekrönt. Doch ihn traf die unmächtige Wuth der Rache der Italiener; er wurde vergiftet und kehrte krank nach Deutschland zurük; er starb zu Oettingen in Baiern 899 im 12. Jahre seiner Regierung, und wurde im Kloster St. Emmeran in Regensburg begraben. Wahlspruch: Facílis descensus averni. 9. Ludwig IV. das Kind, der 7jährige Sohn Arnulphs, geboren zu Altötting 893, wurde auf Veranlassung des Erzbischofs Hatto von Mainz von den Reichsständen zu Forchheim als Kaiser begrüßt, damit Hatto als Vormund die Regierung des Reichs versehen könne. Unter der Regierung dieses Kaisers fielen zuerst die Ungarn in Deutschland ein, und nur ein zehnjähriger Tribut konnte es von ihnen befreien. Ludwig starb 912 im 29. Jahre seines Alters unvermählt, seiner Regierung im 22., und wurde bei seinem Vater zu Re--