Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
154 Tiroler Invaliden - Unterstützungs - Fond, die Radetzky-, Jellacics-, Windischgräz-, Haynau- und andere Stiftungen. Tirol, das Land der Biederkeit und der Treue, von dem Kaiser Marimilian I. sagte: „es sei zwar ein grober Mantel, aber er halte warm", blieb in dieser Hinsicht nicht allein nicht zurük, sondern es zeichnete sich dadurch ganz besonders aus, daß es mit der Wolihat, der Sorge für die Verwundeten, Kranken und Invaliden, noch einen zweiten gleich erhabenen Zwck verband, nämlich den: das Andenken an den Retter der Monarchie, den greisen Helden Feld marschall Grafen Radetzky, von dem der Dichter sang: in deinem Lager ist Oesterreich, im Lande Tirol für ewige Zeiten festzuhalten, und zugleich auch für die Verthei- digung des Vaterlandes zu wirken. Dies geschah durch den Tiroler Radetzky-Verein zu Innsbrucks dessen Entstehung und kurze Geschichte wir unseren Lesern mittheilen wollen. Es war in der zweiten Hälfte des Monats Juli 1848, als der Hauptmann der ersten Innsbrucker Schüzen- kompagnie Herr Nepomuk Ma hl-Sch edl, der, nachdem Tirol vom Feinde befreit, mit seiner Kompagnie von dem bisherigen Vorposten-Dienste aus den Juoicarien zurük- gekehrt war, durch das Elend der als krank, verwundet oder verstümmelt von den Schlachtfeldern heimkehrenden Krieger gerührt, den muthigen Entschluß faßte, sich an das hochherzige Volk Tirols zu wenden, um Vereine zu bilden, durch welche sowol den durch Tüol ziehenden, Verwundeten, Kranken und Invaliden in den Marschstationen eine gute, unentgeltliche Unterkunft und bessere Verpflegung zu Theil werde, als auch ihnen für die Zukunft, durch Gründung eines bedeutenden Kapitals, eine bessere Eristenz zu verschaffen, als ihnen das Aerar bei dem besten Willen des Monarchen verabreichen könne. Diesem Entschlüsse gemäß erließ Mahl-Schedl in alle Gegenden Tirols unter dem 20. Juli 1848 ein lithografirtes Aufforderungsschreiben in dieser Beziehung,