Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)
123 aus liefern, doch bis zur Auszahlung von 50,000 Goldgulden von den Ungarn und 30,000 von den Oesterreichern die von ihm besezten Schlösser in Ungarn behalten werde. Zu Neustadt hatte der Kaiser am 6. Januar 1453 durch ein kaiserliches Diplom den Prinzen seines Hauses und ihren Nachkommen den erzherzoglichen Titel, welchen bereits Rudolf IV. int Jahre 1359 angenommen, für ewige Zeiten feierlich bestätigt. Die sich stets erweiternden Fortschritte der Türken im östlichen Europa hatten Friedrich IV. schon bei seiner Anwesenheit in Rom veranlaßt, den Pabft aufzufordern, einen allgemeinen Kreuzzug gegen die Türken zu Stande zu bringen. Allein ehe noch die darüber begonnenen Unterhandlungen ihrem Ziele nahten, hatte Sultan Mohamed II. nach einer Belagerung von fünf unv fünfzig Tagen Konstantinopel am 29. Mai 1453 im Sturm erobert. Der Pabst ließ unterdeß in allen Ländern den Kreuzzug predigen; am 2. Februar 1455 war der Reichstag zu Wiener - Neustadt unter Vorsiz des Kaisers eröffnet worden, nachdem der zuerft im April 1454 nach Regensburg berufene wegen Nichtanwesenheit des Kaisers zu keinem Beschlüsse hatte kommen können; allein anfangs wurde die Zeit mit Rangstreitigkeiten verschleudert, dann forderten die Stände, der Kaiser solle vor allem andern die Ruhe im Reiche Herstellen, und unter den Beratschlagungen über Landfrieden und Reichge- richtshöfe wurden die Türken und der Kreuzzug vergessen. Am 23. November 1457 starb König Ladislaus, kaum achzehn Jahre alt, nach einer Krankheit von 36 Stunden in Prag, und gleichzeitige Schriftsteller beschuldigen die Utraquisten ihn vergiftet zu haben. Als leztes Glied der ältesten Linie Oesterreichs veranlaßte sein Tod Streitigkeiten unter den übrigen Gliedern der Familie über die Erbschaft; durch einen Vergleich vom 21. August 1458 von Neustadt erhielt der Kaiser, der auf das Ganze Anspruch gemacht hatte, die Stadt Wien und Niederöfterreich , und nahm Besiz von der Stadt. Der Kaiser