Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

111 Schande der Deutschen 22 Jahre die Kaiserkrone getra­gen, die ihm 1400 genommen wurde, und starb erst 1119 in Prag. Wahlspcuch: Morosophi moriones pessimi. 33. Ruprecht, Pfalzgraf bei Rhein und Kur­fürst, geboren 1372, ward zu Rheuse am 21. Au­gust 1400 gewählt und zu Köln am 6. Januar 1401 gekrönt. Er war ein scharfsinniger, großmüthiger, ge­lehrter Fürst, tapfer und unternehmend, aber ohne Macht. Er konnte seit dem durch Kaiser Wenzel im Witttls- bacher Hause erregten Zerwürfuiß, nicht einmal sich auf seine baierischen Vettern ftüzen Baden, Würtemberg, selbst der Erzbischof von Mainz waren ihm eifersüchtige Nachbarn; in dieser Verlegenheit schloß er sich an Habs­burg an. Auch vom Pabste hoffte er einige Hilfe, und durch eine Römerfahrt, die Wenzel versäumt hatte, sich mit dem Glanze eines echten Kaisers zu umgeben. Leopold der Stolze von Habsburg stand ihm mit seiner Macht bei, die Florentiner gaben ihm Geld, damit er die Viskonti in Mailand, die den Habsburgern in den Alpen und den Florentinern in Toskana immer gefähr­licher wurden, als Reichsoberhaupt bekämpfe. Allein er erlitt eine schmähliche Niederlage bei Brescia; Leopold wurde von den Mailändern gefangen, und Ruprecht floh 1401 in sein Land zurük, ohne Rom und den Pabst ge­sehen zu haben. Seitdem konnte Ruprecht in Deutsch­land noch weniger ansrichten als zuvor. Als er nur einige Raubschlöffer im Mainzischen zerstörte, verbanden sich der Erzbischof von Mainz, der Markgraf Bernhard von Baden und Würtemberg in dem Vertrag zu Mar­bach gegen ihn, und so blieb er zur Unmacht verdammt, bis er 1410 zu Oppenheim starb. Er wurde in Hei­delberg begraben. Wahlspruch: Misera res digna est misericordia. 34 Sigismund, König von Ungarn und Böh­men, Markgraf und Kurfürst von Brandenburg, Sohn

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