Hirtenfeld's Oesterreichischer Militär-Kalender 1856 (Wien, 1856)

107 Fürsten nicht zurükbleiben, und so erhielten Köln 1388f Erfurt 1392 und endlich Würzburg 1403 Universitäten. Was Karl IV. während seiner Regierung am mei­sten begünstigte, war das Auf- und Fortkommen der Städte, denen er gegen Bezahlung alle möglichen Frei­heiten gab. Die Städte erweiterten ihre Industrie und ihren Handel, sie erweiterten ihre Macht; am mächtig­sten war der Bund der Hansestädte, der, wie der rhei­nische Stäotebund, die Vereinigung der Schweizer Städte mit der Eidgenossenschaft der Bauern, aus den Kämpfen und Streitigkeiten mit den Fürsten und dem Adel ent­standen war. Karl suchte auf jede Art sich bei der Hansa einzuschmeicheln, sobald er int Best; von Bran­denburg war, um vielleicht das Haupt ihres Bundes zu werden. Er besuchte deßhalb i 377 im kaiserlichen Pomve Lübek, redete die Bevollmächtigten der Hansa mit dem Titel Herren an und suchte sich auf jede Weise bei ihnen beliebt zu machen. Aber die alten Kaufleute waren so schlau wie er, ließen das Thor von Lübek, durch welches er geritten, hinter ihm zumauern, weil Niemand mehr der Ehre würdig fei hindurchzugehen, wo die heilige Majestät des Reiches durchgeritten, überboten sich an Ehrenbezeugungen und Liebkosungen, hüteten sich aber wohl, ihm Einsicht in ihre Angelegenheit zu gestatten, und Lübek hat seitdem nie wieder einen Kaiser ge­sehen. Eine Hauptleidenschaft Karls IV. war Geldgierde, und kein Mittel ihm zu schlecht, dazu zu gelangen, wenn er es auch nachher zu guten Zweken, zu großen Bauten und andern Dingen verwendete; dieser Leidenschaft ver­danken die meisten Reichsstädte ihre Entstehung, indem er um hohe Preise die Reichsfreiheit verkaufte; ebenso verkaufte er Adelsbriefe und Fürstenhüte um keine ge­ringen Preise Als Karl IV. sein Ende nahe glaubte, suchte er sein reiches Erbe und künftigen noch größeren Erwerb seinen Söhnen zu sichern, und um das Haus Habsburg

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